Kinderspital Zürich wettert gegen Fallpauschalen

Nach über einem Jahr Fallpauschale zieht das Zürcher Kinderspital ein vernichtendes Fazit: Die neue Fallpauschale bringe nichts als administrativen Mehraufwand, schwierige Verhandlungen mit Krankenkassen und einen Zahlungsengpass.

Ansicht des Kinderspitals Zürich.

Bildlegende: Das Kinderspital Zürich beklagt sich über den administrativen Mehraufwand und störrische Versicherer. Keystone

Der Stiftungsrat des Kinderspitals findet in seinem Vorwort zum Jahresbericht deutliche Worte: Die Fallpauschale habe auf die Betreuung und Pflege der kleinen Patienten im Kinderspital keine positiven Auswirkungen. Dafür sei der Aufwand in der Administration grösser geworden.

Kassen stellen sich quer

Spitaldirektor Markus Malagoli will es nicht mit diesen drastischen Worten sagen, spricht aber von einem schwierigen Jahr: «Wir hoffen, dass es sich in Zukunft normalisiert und wir zum Courant normal zurückfinden - das heisst zu konstruktiven Verhandlungen mit Versicherern.» Seit der Einführung der Fallpauschalen würden sich nämlich viele Kassen weigern, die provisorisch festgelegten Preise zu akzeptieren und stattdessen vor Gericht ziehen, sagt Malagoli. Noch immer seien viele Verfahren am Laufen. Für das Kinderspital hat diese Praxis ernsthafte Konsequenzen: Von der IV wurden zum Beispiel erst ab Mitte Jahr wieder Zahlungen geleistet. Das Kinderspital geriet in einen Liquiditätsengpass.

Für das laufende Jahr hat sich das Kinderspital mit der IV und mit einem Teil der Versicherer auf Tarife einigen können. Für diejenigen Krankenkassen, die bei der Tarifsuisse angeschlossen sind, fehlt aber nach wie vor eine Vereinbarung.