Kindstötung: Jetzt schaltet sich der Justizdirektor ein

Nach dem Tod zweier Kinder in Flaach sollen die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Winterthur-Andelfingen und der Winterthurer Bezirksrat Rechenschaft ablegen. Das verlangt der Zürcher Justizdirektor Martin Graf.

«Mit grossem Bedauern» habe sie Kenntnis genommen von der zweifachen Kindstötung am 1.Januar in Flaach, schreibt die kantonale Direktion der Justiz und des Innern am Montagnachmittag in einer Mitteilung.

Frist: Zwei Wochen

«Als oberste Aufsicht über die involvierten Behörden wollen wir genau abklären, ob die Behörden in diesem Fall Fehler gemacht haben», sagt der Grüne Justizdirektor Martin Graf gegenüber Radio SRF. Die KESB, die für die Familie zuständig ist und der Bezirksrat, welcher kurz vor Weihnachten eine Klage der Mutter abgewiesen hatte, sollen je einen Bericht vorlegen.

Binnen zweier Wochen sollen die Behörden genau aufzeigen, wann sie wie entschieden haben und vor allem: warum. Je nachdem sei es denkbar, dass der Fall danach auch durch externe Fachleute untersucht werde. Ziel sei es, solche tragischen Ereignisse weitgehend zu verhindern. Mit der strafrechtlichen Seite der Kindstötung befasst sich die Staatsanwaltschaft.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Antworten gefordert

    Aus Schweiz aktuell vom 5.1.2015

    Nachdem eine Mutter in Flaach ZH ihre zwei Kinder tötete, kritisieren die Grosseltern die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB). Die Kinder hätten nicht ins Heim gebracht, sondern von ihnen betreut werden sollen. Jetzt verlangt auch der Zürcher Sicherheitsdirektor Klarheit und fordert von der KESB Antworten. Im Interview mit Michael Weinmann stellt sich der Präsident der Vereinigung der Zürcher KESP den kritischen Fragen.