Kleines Plattenlabel ganz gross

Einmal mehr befasst sich das Zürcher Musikfestival m4music zurzeit mit der Frage, ob sich Popmusik heute noch verkaufen lässt. Ja, sagt Martin Geisser, der seit zehn Jahren das kleine Plattenlabel «Bakara Music» betreibt. Er hat schon mehrere Schweizer Künstler zum Erfolg geführt.

Junger Mann mit Glatze und Dreitagesbart im Radiostudie

Bildlegende: In vollem Einsatz für die Schweizer Popmusikszene: Martin Geisser SRF

Lo & Leduc, Steff La Cheffe, James Gruntz: Alle drei Formationen verdanken ihren Grosserfolg dem kleinen Zürcher Plattenlabel «Bakara Music». Martin Geisser hat es vor zehn Jahren gegründet und half den Musikerinnen und Musikern von Anfang an tatkräftig mit, ihre CDs zu produzieren und ihre Auftritte zu optimieren. Heute verdient er mit seiner Tätigkeit sogar Geld.

Er sei dabei weder Berater noch Mitmusiker, sondern habe eine ähnliche Funktion wie ein Trainer beim Sport, sagt Geisser. Den Multi-Instrumentalisten James Gruntz zum Beispiel begleitete er im vergangenen Jahr auf einer aufwendigen Tournee durch die Schweiz. Dies zahlt sich nun aus: Gruntz räumte an den Swiss Music Awards zwei Preise ab, tritt diesen Sommer an fast allen wichtigen Festivals auf und wird von den Radiostationen regelmässig gespielt.

«  Für gute Musik sind die Leute auch heute noch bereit, Geld auszugeben. »

Martin Geisser
Plattenlabel «Bakara Music»

Martin Geisser stimmt denn auch nicht ins Klagelied der Musikindustrie mit ein. Auch heute noch seien die Leute bereit, für gute Musik Geld auszugeben – auch für CDs. Doch das Coachen von Popgruppen ist eine anstrengende Arbeit. Martin Geisser hat bei «Bakara Music» zwar eine Mitarbeiterin, seine Arbeitstage sind aber zumeist lang und schliessen Wochenenden oft mit ein.