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Klostergut Paradies Wie der GF-Konzern mit einem Kloster weltweit Beachtung findet

Vor hundert Jahren übernahm der Schaffhauser Industriekonzern Georg Fischer ein altes Kloster. Er nutzt es bis heute.

Bibliotheksleiterin Franziska Eggimann zeigt eines der ältesten Bücher der GF-Eisenbibliothek.
Legende: Bibliotheksleiterin Franziska Eggimann zeigt eines der ältesten Bücher der GF-Eisenbibliothek. SRF

Es liegt am Rhein auf dem Gebiet der Thurgauer Gemeinde Schlatt und beherbergt heute eine der weltweit bedeutendsten technischen Privatbibliotheken: Das Klostergut Paradies.

1918 erwarb der Schaffhauser Georg Fischer-Konzern (GF) das ehemalige Klarissenkloster. Zur Anlage gehörten nämlich zwei grosse Bauernhöfe und entsprechende Ländereien. Die GF-Angestellten und die eigene Kantine kamen so nach dem Ersten Weltkrieg zu günstigen Lebensmitteln. Im von den Ordensfrauen aufgegebenen Kloster richtete der Konzern Wohnungen für Arbeiterfamilien ein. Heute betreibt der Konzern keine Landwirtschaft mehr, nutzt dafür das Kloster umso intensiver. Einerseits finden betriebseigene Seminare statt, andererseits ist hier das ganze Konzernarchiv untergebracht.

Für Ingenieure und Historiker

Herzstück ist jedoch unbestritten die Eisenbibliothek, die hier seit 1948 besteht. Rund 45’000 Bücher und Zeitschriften, die zurückreichen bis ins 13. Jahrhundert, dokumentieren unter anderem die Geschichte der Eisenverarbeitung und die Entwicklung der Industrie. Ingenieure und Historiker aus der ganzen Welt reisen hierher, um die Literatur zu studieren, wobei die Bücher unterdessen digitalisiert und auch online abrufbar sind.

Ein Konstruktionsplan des Eiffelturms.
Legende: Ebenfalls im Kloster Paradies zu finden: die detailierten Konstruktionspläne des Eiffelturms. SRF

Aus Anlass des 100-Jahr-Jubiläums öffnet das Klostergut Paradies seine Türen nun einem breiteren Publikum. In einer Ausstellung, Link öffnet in einem neuen Fenster zeigt es an mehreren Nachmittagen der offenen Tür Hunderte von Fotografien aus dem Konzernarchiv. Diese sind zudem unter dem Titel «Lebendige Industrie» in einem neuen Bildband des «Hier und Jetzt»-Verlags erschienen.

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