Zum Inhalt springen
Inhalt

Korruptionsaffäre «Chilli's» Noch kein Urteil für Zürcher Ex-Polizist

Ein ehemaliger Zürcher Stadtpolizist soll von einer Prostituierten Geschenke und Gratissex bekommen haben.

Zeichnung aus einem Gericht, im Vordergrund der Angeklagte und sein Verteidiger, im Hintergrund die Richter
Legende: Korruption oder nicht? Der Ex- Polizist muss sich wegen der «Chilli's» Affäre vor Obergericht verantworten. SRF

Die Zürcher Milieuaffäre «Chilli's» schreibt ein neues Kapitel. Ein ehemaliger Drogenpolizist der Zürcher Stadtpolizei hat sich am Donnerstag wegen Korruptionsvorwürfen vor Obergericht verantworten müssen.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, von einer Prostituierten Geschenke und kostenlosen Sex angenommen zu haben. Das Zürcher Bezirksgericht verurteilte ihn dafür zu einer bedingten Geldstrafe. Der ehemalige Polizist akzpetierte das Urteil nicht und ging in die Berufung.

Prozess am Obergericht

Die Verteidigerin bezeichnete das Urteil des Bezirkgerichtes als willkürlich. Sie argumentierte, dass der Angeklagte gar nicht bei der Sitte, sondern als Drogenpolizist gearbeitet habe. Er sei lediglich sechs bis acht Mal als «Scheinfreier» eingesetzt worden. Die Geschenke seien nicht dienstlicher, sondern freundschaftlicher Art gewesen. Es sei eine private, gegenseitige Freundschaft gewesen. Die Verteidigerin plädierte deshalb auf Freispruch.

Urteilseröffnung zu einem späteren Zeitpunkt

Die Richter des Obergerichts kamen am Donnerstag noch zu keinem Urteil. Sie würden mehr Zeit brauchen, weil sie möglicherweise neue Akten als Beweismittel zuziehen wollten. Die Urteilsverkündigung soll öffentlich sein und voraussichtlich im November stattfinden.

Nebengleis der «Chilli's» Affäre

Der Prozess gegen den ehemaligen Zürcher Stadtpolizisten ist ein Nebenschauplatz der Korruptionsaffäre. Diese erschütterte vor vier Jahren die Sittenabteilung der Stadtpolizei. Der Angeklagte kam nur deshalb ins Visier der Ermittler, weil er mit einem Kollegen von der Sitte via Handy Nachrichten austauschte über das «Ausnehmen» der betroffenen Frau.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

2 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Charles Dupond (Egalite)
    Einerseits wird gar die aktive Zuhaelterei von Strafe befreit. Andererseits wird ein Drogenpolizist wegen privater Geschenkannahme verurteilt. Und wenn sich Politiker und Richter mit fetten VR-Sitzen, Gefaelligkeitsgutachtenhonoraren und anderen Goodies bis hin zu Halbtagsstellen mit Vollzeitlohn zum "Recht" brunzen und "sprechen" fuer Partikularinteressen "motivieren" lassen, wird in den SMM hoechstens abgewiegelt, statt anprangernd kampagniert....
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Andy Schmid (andy)
    Fast wie in Thailand - da geschieht es allerdings täglich und mehrfach.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen