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Zürich Schaffhausen Krankenkassenprämien 2015: Zürcher Gesundheitsdirektor verärgert

Einmal mehr steigen im Kanton Zürich die Prämien für die Krankenkassen überdurchschnittlich. Dies obwohl die Gesundheitskosten unterdurchschnittlich gewachsen sind. Für den Zürcher Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger ist der Entscheid des Bundesamtes für Gesundheit BAG deshalb nicht nachvollziehbar.

Versicherungskarten von verschiedenen Krankenkassen
Legende: Die Krankenkassen melken die Versicherten im Kanton Zürich mehr als zulässig, findet die Gesundheitsdirektion. Keystone

Im Kanton Zürich steigen die Krankenkassenprämien für eine erwachsene Person im nächsten Jahr durchschnittlich um 4,5 Prozent. Das sind 0,5 Prozentpunkte mehr als im schweizerischen Durchschnitt. Auch die Prämien für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene steigen überdurchschnittlich. Für den Gesundheitsdirektor ist dies «nicht nachvollziehbar». Das Verfahren zur Genehmigung der Prämien sei «ein rein formalisierter Prozess, bei dem die Kantone zwar angehört, aber nicht gehört werden».

«Prämiensteigerung müsste tiefer sein»

Für die Prämien gelte, dass sie der Kostenentwicklung folgen sollen. Die Gesundheitskosten seien im Kanton Zürich aber unterdurchschnittlich gestiegen. Die Gesundheitsdirektion habe das Bundesamt für Gesundheit auf diese Tatsache aufmerksam gemacht und eine entsprechende Korrektur gefordert, heisst es in der Mitteilung weiter. Passiert sei das Gegenteil.

Gelassener Kanton Schaffhausen

Auch im Kanton Schaffhausen steigen die Prämien im nächsten Jahr überdurchschnittlich – und zwar um 4,3 Prozent. Dort nimmt man den Anstieg aber gelassen.

«Wir liegen mit den Prämien immer noch 4 Prozent unter dem schweizerischen Durchschnitt», relativiert Markus Scherrer, Leiter des Schaffhauser Gesundheitsamtes. Schaffhausen habe aber unter allen Kantonen den zweithöchsten Anteil an Senioren. Gemessen daran sei das ein guter Wert.

Im Schnitt steigen in der Schweiz die Krankenkassenprämien im nächsten Jahr für Erwachsene um 4 Prozent, die Prämien für junge Erwachsene um 4,4 Prozent und diejenigen für Kinder und Jugendliche um 3,8 Prozent.

7 Kommentare

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  • Kommentar von Hans König, Häusernmoos
    Bundesrat Berset hat absichtlich kurz vor der Abstimmung diese Pressekonferenz durchgeführt. Herr Bundesrat Berset, das ist keine saubere Politik. Ob Status "quo" oder Einheitskasse, die Prämien werden nicht billiger und niemand hat noch Interesse an möglichst wenigen Arztbesuchen. Besonders die Bewohner der ländlichen Regionen werden mit einer Einheitskasse abgestraft; die Zürüchhaltung wird aufgegeben.
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  • Kommentar von Kurt E. Müller, Zürich
    Mit der Einheitskasse wird es nicht billiger. Grund für den dauernden Prämienanstieg sind höhere Lebenserwartung, der allgemeine medizinische Fortschrittt und die überrissenen Medikamentenpreise der Abzocker in der Pharmaindustrie. Da würden Parallelimporte mehr bringen, als wenn sich in Bern ein Einheitsmoloch bildet, der sich mangels Konkurrenzdruck von schlanker Administration wohl weiter entfernt als das heutige, doch recht bewährte System.
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  • Kommentar von Marianne Roe, gWATT
    Ich denke, dass überall versucht wird, ein möglichst hoher Anstieg bei den Prämien zu errechnen bevor evtl.eine Einheitskasse eingeführt wird. Dann wird man, ohne als korrupt zu erscheinen, die Prämien der Einheitskasse nur noch leicht erhöhen + dann hat man schon die erste unverschuldete Begründung für hohe Prämien. Mit den ca. 60 Kassen kann sich das Volk mit Kassenwechsel wenigstens direkt gegen Übertreibungen wehren. Bei der Einheitskasse gibt es keine Chancen mehr. Niemals Einheitskasse!
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