Krawall in der Europaallee: Ladenbesitzer fürchten den 1. Mai

Vier Monate sind vergangen, seit Chaoten in der Europaallee beim Zürcher Hauptbahnhof alles kurz und klein geschlagen haben. Die betroffenen Ladenbesitzer warten immer noch auf die versprochene Unterstützung durch die SBB. Und sie haben Angst vor neuen Ausschreitungen am 1. Mai.

Kurz nach dem Saubannerzug im letzten Dezember hatte die Vermieterin, die SBB, verkündet, man wolle nicht, dass die Ladenbesitzer dafür bluten müssten. Das gelte immer noch, versichert SBB-Sprecherin Lea Meyer gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen». Man habe aber noch keine einvernehmliche Lösung gefunden, sagt sie.

«Happig für uns»

Dabei warten die betroffenen Ladenbesitzer sehnlichst auf eine Lösung. Zerschlagene Scheiben, verschmierte Wände und kaputtes Material. Manche Lädeler sehen sich mit einem Sachschaden von mehreren Zehntausend Franken konfrontiert. Was die Versicherungen zahlen, ist noch offen. «Bei einem Selbstbehalt von 10 Prozent bleibt immer noch ein happiger Restbetrag für uns Kleinunternehmer», erklärt Harry Brauner, Chef eines Restaurants, gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen».

«Ich hoffe nicht, dass so etwas wieder vorkommt», sagt Marco Karim el Haddachi, der eben erst ein Mode-Geschäft für funktionale Kleidung eröffnet hat. Er spricht damit den 1. Mai an. Dusanka Simic, Betreiberin eines Damenmode-Ladens, hat Angst: «Wir präsentieren uns mit grossen Schaufenstern.» Originell die Idee einer Schneiderin: Sie organisiert am 1.Mai vor ihrem Atelier ein Picknick - als Zeichen gegen die Gewalt.

(frip; Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 17.30 Uhr)