Krematorium Winterthur: Das letzte Geleit bis zur Ofentür

Die gewöhnlichste Bestattungsart in der Schweiz ist die Kremation: Über 80 Prozent der Bevölkerung lassen sich kremieren. Im Krematorium Rosenberg in Winterthur ist es den Angehörigen möglich, die Verstorbenen bis zur Ofentür zu begleiten.

Ein heller, lichtdurchfluteter Raum mit einem Sarg vor dem Ofeneingang.

Bildlegende: 2003 wurde der Neubau unmittelbar neben der Abdankungskapelle im Wald des Friedhofs Rosenberg gebaut. Georg Aerni

Der Vorraum zu den Ofenanlagen im Neubau des Krematoriums auf dem Friedhof Rosenberg ist grosszügig und schlicht gestaltet. Die Mitarbeitenden können in einem hellen, Licht durchfluteten Raum arbeiten und haben durch die grossen Fenster Kontakt zu den Friedhofsbesuchern.

Im Krematorium Rosenberg haben die Angehörigen die Möglichkeit, den Verstorbenen bis vor die Ofentür zu begleiten. So könnten manche einen Todesfall besser abschliessen, erzählt Martin Tognella, Leiter des Kremationsteams in Winterthur im «Regionaljournal Zürich Schaffhausen». «Es ist ein schöner, offener Raum und nicht ein dunkles Krematorium, wie sich das viele vorstellen.»

2003 wurde der Neubau eröffnet. «Für uns ist das Arbeiten damit auch angenehmer geworden», versichert Martin Tognella, der seit gut zehn Jahren im Krematorium arbeitet.

Seine Einstellung zum Tod habe sich in dieser Zeit aber nicht verändert:«Ich habe ein relativ lockeres Verhältnis zum Tod, er ist nichts Spezielles für mich.»

Die Feuerbestattung hat in Winterthur eine langjährige Tradition. Das erste Krematorium nahm 1911 den Betrieb auf. Nach verschiedenen Um- und Erweiterungsbauten gingen die Anlagen 1981 vom Feuerbestattungsverein an die Stadt Winterthur über. Seither betreibt die Stadtgärtnerei das Krematorium.