«Krieg» um eine Friedenslinde

Das Ende des 2. Weltkriegs jährt sich im Mai 2015 zum 70. Mal. Grund genug für einen Gedenkanlass, fand die linke Ratsseite im Zürcher Gemeinderat. Ein ideologischer Vorstoss und ausserdem unnötig, meinten die Bürgerlichen. Das Anliegen fand im Parlament nur ganz knapp eine Mehrheit.

Eine alte Linde auf dem Hirzel im Kanton Zürich.

Bildlegende: Seit jeher erinnern Linden an politische Ereignisse. Hier eine Linde auf dem Hirzel im Kanton Zürich. Keystone

Bald gebe es keine Zeitzeugen mehr, begründete Rebekka Wyler unter anderem ihren Vorstoss für einen Gedenkanlass zum Ende des 2. Weltkrieges vor 70 Jahren. Sie regte an, am Jahrestag, dem 8. Mai 2015, in der Zürcher Innenstadt eine Friedenslinde zu setzen. Unterstützung erhielt sie von den Grünen und der AL.

Die Bürgerlichen wollten von einem solchen Gedenkanlass jedoch nichts wissen. Der SP gehe es doch nur darum, andere, wichtigere Jubiläen zu verhindern oder von ihnen abzulenken, mutmasste Daniel Regli von der SVP. Als Beispiel nannte er die Feiern zur Schlacht von Morgarten 1315 oder den Wiener Kongress 1815. Für die FDP war klar: Es ist keine Aufgabe der Stadt, einen Gedenkanlass durchzuführen. Und die GLP fand es wichtiger, in die Gegenwart und die Zukunft zu schauen.

Mit der Stimme der Ratspräsidentin wurde der Vorstoss dennoch knapp mit 61 zu 60 Stimmen zur Prüfung an den Stadtrat überwiesen.