Bundesasylzentrum in Rümlang Kritik und Buhrufe für Mario Fehr

Luftaufnahme der militärischen Anlage «Haselbach» bei Rümlang.

Bildlegende: Das neue Bundesasylzentrum entsteht auf der militärischen Anlage «Haselbach», etwa zwei Kilometer ausserhalb Rümlangs. zvg Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement

Das Wichtigste in Kürze:

  • Das neue Bundesasylzentrum in Rümlang ist ein sogenanntes «Ausreisezentrum»: Wer dort untergebracht ist, wird in der Regel ausgewiesen.
  • Ab 2023 will der Bund dort 150 Asylsuchende unterbringen.
  • Der Kanton Zürich erfüllt mit dem dritten und letzten Bundesasylzentrum einen gesetzlichen Auftrag des Bundes: Er muss 870 Plätze bereitstellen.
  • Sämtliche Kosten für Umbau, Betrieb, Sicherheit, Gesundheitskosten etc. übernehmen Bund und Kanton.
  • Rümlang muss ab Juli 2021 keine anderen Asylsuchenden mehr aufnehmen.

Das geplante Bundesasylzentrum interessierte die Rümlanger Bevölkerung: Rund 400 Bürgerinnen und Bürger kamen an die Informationsveranstaltung – laut Gemeindepräsident Thomas Hardegger etwa fünfmal so viel wie an eine Gemeindeversammlung.

«Wir haben nichts beschönigt»

Die Verantwortlichen betonten, dass alles dafür getan werde, dass die Sicherheit der Rümlangerinnen und Rümlanger gewährleistet sei. Davon liessen sich nicht alle überzeugen, mit Buh- und Zwischenrufen störten sie die Veranstaltung, besonders wenn Regierungsrat Mario Fehr sprach. Dieser behielt die Nerven weitgehend und versuchte mit Charme, Humor und harten Fakten die Bevölkerung auf seine Seite zu ziehen, zusammen mit weiteren Vertreterinnen von Bund, Kanton und Gemeinden.

Gemeindepräsident Thomas Hardegger war schliesslich zufrieden mit dem Abend. Die Störenfriede, glaubt er, würden nicht die Meinung der Mehrheit repräsentieren. Er selbst habe viele positive Rückmeldungen erhalten. Für ihn sei wichtig, dass sich der Gemeinderat habe erklären können: «Wir haben nichts beschönigt und nichts dramatisiert, einfach informiert, damit sich die Leute selbst ein Bild machen können.»