Kritischer Blick: Gottfried Honegger und seine Liebe zu Zürich

Zeitlebens blieb der Künstler Gottfried Honegger seiner Heimatstadt Zürich verbunden. Eine Liebe, die sich auch in seiner Kritik und Einmischung in die Politik zeigte. Im Alter von 98 Jahren ist er am Sonntag gestorben.

Gottfried Honegger gehört zu den Schweizer Künstlern, die International Ruhm und Anerkennung erlangten. Seinen Weg begann er mit einem kreativen Beruf: er lernte Schaufensterdekorateur. Seine Wanderjahre führten ihn als Designer und Grafiker nach Paris und New York. Schon in dieser Zeit begann er zu zeichnen und zu malen.

Die Gestaltung des Raumes als zentrales Thema

1960 kam Gottfried Honegger in seine Heimatstadt Zürich zurück. Von da an schuf er vor allem Skulpturen. Sein Interesse galt dabei immer auch dem öffentlichen Raum. So hat er zum Beispiel bei der Universität Zürich Irchel den blauen Platz gestaltet. Eine seiner Skulpturen steht als Leihgabe über der Einfahrt des Parkhauses Opera. Die Stadt verdankt ihm auch das Haus Konstruktiv – ein Museum für moderne Kunst.

Künstler und Bürger zugleich

Gottfried Honegger verstand sich aber nicht nur als Künstler, sondern auch als Bürger. Deshalb mischte er sich auch immer wieder in politische Debatten ein und tat seine Meinung kund. Für die Kulturpolitik der Stadt Zürich zeigte er wenig Verständnis und die Event-Kultur war ihm ein Gräuel. Trotz aller Kritik an seiner Heimatstadt wurde Honegger 1987 mit dem Zürcher Kunstpreis geehrt. Es ist nur eine von vielen Auszeichnungen, die der Künstler im Laufe seines Lebens in Empfang nehmen durfte.

«Wir müssen wieder sehen lernen»

Die Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch hat in einer Stellungnahme zum Tod des Künstlers Gottfried Honegger dessen grossen Verdienste um die Stadt Zürich gelobt. Namentlich für Kinder und Jugendliche habe er sich eingesetzt, ganz nach seinem Motto «Wir müssen wieder sehen lernen».

«Noch vor wenigen Monaten hat er verschiedenen Schulhäusern in Zürich Werke geschenkt mit dem Ziel, dass junge Menschen Kunst um sich haben und so sensibilisiert werden, ihre Umwelt wahrzunehmen», würdigte Mauch den Künstler in einer Mitteilung.

Am letzten Sonntag ist Gottfried Honegger in seinem 98 Lebensjahr in seinem Zuhause in Zürich gestorben.