Kulturgöttikinder gesucht

Die Zürcher Gemeinschaftszentren bieten seit zwei Jahren ein Götti-Programm für Kinder aus sozial benachteiligten Familien an, um diese an die Kultur heranzuführen. Freiwillige Gotten und Göttis melden sich zuhauf - doch es fehlen die interessierten Kinder.

Eine Frau zeigt zwei Kindern, wie man ein Sackmesser baut.

Bildlegende: Kinder ins Museum locken, wie hier zur Sackmesser-Ausstellung im Landesmuseum, das will das Götti-Projekt. Keystone

Das Götti-Programm möchte Kinder animieren, ins Theater oder ins Museum zu gehen, eine Lesung oder eine Tanzveranstaltung zu besuchen. Dafür vermitteln die Zürcher Gemeinschaftszentren freiwillige Erwachsene, welche den Ausflug organisieren, bezahlen und die Kinder begleiten.

Das Angebot finde zwar grossen Anklang, wie Projektleiterin Monika Cajas sagt. Allerdings nur bei den Erwachsenen: «Das Interesse ist gross, fast schon zu gross. Es melden sich sehr viele als Gotte und Götti. Leider können wir gar nicht allen ein Kind vermitteln.» Denn: Es fehlen die Kinder. Im zweiten Jahr des Projekts haben sich dreissig Kinder im Primarschulalter angemeldet. Deutlich weniger, als die Gemeinschaftszentren erhofft hatten.

Trotz Kindermangel startet 3. Saison

Die grosse Herausforderung sei es, die «kulturfernen» Kinder zu erreichen. Die Zielgruppe des Götti-Programms stellen Kinder, die sich sonst nicht für Kultur interessieren oder sich Ausflüge in die Oper oder ins Museum nicht leisten können, erklärt Monika Cajas: «Gerade Kinder aus sozial benachteiligten Familien haben wenig Möglichkeiten. Diesen bieten wir Hand, damit alle von Kunst und Kultur profitieren können.»

Obwohl der Ansturm bis jetzt ausblieb, startet im Herbst die dritte Saison des Götti-Projekts. Die Gemeinschaftszentren der Stadt Zürich sind bereits jetzt auf der Suche nach Kindern, die sich anmelden wollen.