Langer Weg zur Zürcher Hanfplantagen-Lizenz

Der Staat soll Lizenzen zum Pflanzen und Verkaufen von Hanf vergeben. Das fordert eine Arbeitsgemeinschaft, die sich mit Suchtpolitik auseinandersetzt. Sie stärkt damit Zürich und Winterthur den Rücken. Dort fordern die Parlamente, an einem nationalen Versuch zur Hanf-Regulierung teilzunehmen.

Zigarette und Cannabis.

Bildlegende: Legal Cannabis anbauen, legal einen Joint rauchen? Zürich und Winterthur erteilen die Lizenz dazu noch lange nicht. Keystone

Ein staatlich regulierter Markt für Cannabis würde dem Schwarzmarkt weitgehend den Boden entziehen, den Jugendschutz stärken und die Gesellschaft entlasten. Dies ist die Auffassung der Nationalen Arbeitsgemeinschaft Suchtpolitik (NAS). Am Dienstag hat die Gruppe in Zürich die Diskussion über Alternativen zur aktuellen Drogenpolitik lanciert.

Verbote seien keine Lösung, es brauche eine Regulierung des Drogenmarktes. Der Staat müsse regeln, wer zum Beispiel Hanf anbauen, wer ihn verkaufen und konsumieren dürfe. Da das nationale Parlament ähnliche Ideen 2003 abgeschmettert hatte, seien nun die Städte gefordert.

In Zürich oder Genf denkt man über mögliche Pilotversuche nach. Vorstellbar wären sogenannte «Social Clubs», also Orte, an denen Mitglieder eines Vereins Cannabis anbauen und konsumieren dürften. In Genf ist das Projekt solcher «Clubs» zur Zeit am konkretesten.

Kaum legale Möglichkeiten für Versuche

Das Problem dabei: Versuche sind gemäss Betäubungsmittelgesetz nur für medizinische Zwecke zulässig, das Bundesamt für Gesundheit hat bisher keine Regulierungs-Projekte abgesegnet. Die Nationale Arbeitsgemeinschaft Suchtpolitik lässt darum zwischen den Zeilen durchblicken, die Städte sollten einfach etwas wagen - allenfalls auch ohne Bewilligung. «Manchmal braucht es eine freche Initiative von unten, damit oben etwas passiert», formuliert es Petra Baumberger, Generalsekretärin des Fachverbandes Sucht im «Regionaljournal Zürich Schaffhausen».

Für Zürich und Winterthur ist dies keine Alternative. Zürich hoffe auf einen Pilotversuch «im legalen Rahmen», lässt sich das Gesundheitsdepartement zitieren. Und auch der Winterthur Gesundheitsvorsteher Nicolas Galladé (SP) betont: «Es kann nicht sein, dass man ohne saubere rechtliche Grundlage etwas macht, das nicht gesetzeskonform ist.»

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