«Latinum non iam necesse est»: Uni Zürich verlangt weniger Latein

Für ein Englisch- oder Philosophiestudium sind Lateinkenntnisse in Zukunft nicht mehr obligatorisch. Diese seien unnötig und verlängerten bloss das Studium, begründet die Universität Zürich den Entscheid.

Hauptgebäude Universität Zürich

Bildlegende: Auf dem Schild steht auch nicht «universitas turicensis». Die Uni Zürich verlangt in Zukunft weniger Lateinkenntnisse. Keystone

Ab Herbst 2015 verlangt die Universität Zürich von ihren Studentinnen und Studenten keine Lateinkenntnisse mehr, wenn sie Philosophie, Englisch, Kunstgeschichte oder Deutsche Sprachwissenschaften studieren wollen.

Latein habe in der Forschungswelt nicht mehr dieselbe Bedeutung wie früher, bestätigt Daniel Müller Nielaba einen Artikel des Tages-Anzeigers. Der Studiendekan der Philosophischen Fakultät der Universität Zürich gibt zu bedenken: «Latein ist schon lange nicht mehr die Gelehrtensprache.»

Die einzelnen Fächer der Geisteswissenschaften hätten sich deshalb die Frage gestellt, ob Latein für ihre Studenten wirklich nötig sei, erklärt Daniel Müller Nielaba: «Wenn es nicht nötig ist, sollten wir Latein auch nicht verlangen, weil es die Studienzeit um bis ein Jahr verlängern kann.»

Lateinobligatorium nicht vollständig abgeschafft

Ganz gestrichen ist das Lateinobligatorium an der Philosophischen Fakultät der Universität Zürich aber nicht. Für Fächer wie Geschichte, Theologie oder die romanischen Sprachen werden Lateinkenntnisse weiterhin verlangt.