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Zürich Schaffhausen Leichtathletik-EM erreicht die finanzielle Ziellinie nicht

Vier Millionen Franken beträgt das Loch in der Kasse der Leichtathletik-EM in Zürich. Hauptgrund sind die fehlenden Einnahmen aus dem Ticketverkauf. Auf die öffentliche Hand kommen nun Mehrausgaben zu. Für die Stadt Zürich ist dies zweitrangig: Wichtiger sei das Erreichen der sportlichen Ziele.

Zuschauer an der Leichtathletik EM 2014 in Zürich
Legende: Die Rechnung ging nicht auf. Zu viele Plätze im Letzigrund-Stadion blieben während der EM leer. Keystone

Einen Beitrag von 10 Millionen Franken hatten Bund, Kanton und die Stadt Zürich bereits 2009 gesprochen. Patrick Magyar, Chef-Organisator der EM, wehrt sich deshalb dagegen, von einem 14 Millionen-Franken-Defizit zu sprechen. Mit den 10 Millionen Franken habe man gerechnet, dies seien «ordentliche Beiträge», die man auch versteuert habe.

Nach dieser Lesart beträgt das Defizit nun also noch vier Millionen Franken. Abgedeckt wird dies einerseits durch zwei Millionen aus dem privaten Aktienkapital der EM AG. Eine weitere Million tragen private Träger wie Swiss-Athletics. Es verbleibt ein Fehlbetrag von einer Millionen Franken, für den nun noch einmal die Steuerzahler aufkommen müssen, bestätigt WM-Chef Patrick Magyar gegenüber Radio SRF.

Ob die Kasse stimmt, ist zweitrangig

Der Stadtrat der Stadt Zürich hat bereits am Mittwoch einen zusätzlichen Sanierungskredit von höchstens 400'000 Franken gesprochen, bestätigt Urs Schmidig, Direktor des Sportamts der Stadt Zürich. Kanton und Bund werden sich mit Beiträgen in gleicher Höhe beteiligen. Der Zusatzkredit scheint bei der Stadt niemandem Sorgen zu bereiten. Natürlich dürfe jeder seine eigene Meinung haben, was die EM der Stadt bringe, meint Schmidig zum neuerlichen Kredit. «Als Direktor des Sportamtes der Stadt Zürich bin ich aber am Sport interessiert, und die Ziele im Bereich Sport wurden erreicht».

Als Hauptgrund für das Loch in der Kasse nennt Patrick Magyar die fehlenden Einnahmen aus den Ticketverkäufen. Budgetiert waren 15 Millionen Franken, dieses Ziel sei nicht erreicht worden. «Wir waren weniger erfolgreich als angenommen.»

Gratis-Tickets füllten die Ränge, nicht aber die Kasse

Bereits im Vorfeld hatten die hohen Ticketpreise für Kritik gesorgt. Noch am letzten Tag der EM hatte Patrick Magyar im Interview als «Regionaljournal Wochengast» die hohen Preise verteidigt und auf die Kombination der Tickets mit dem öffentlichen Verkehr verwiesen. Die Auslastung habe ausserdem rund 80 Prozent betragen. Zu einem früheren Zeitpunkt hatte Patrick Magyar gesagt, dass eine Auslastung von 66 Prozent reichen würde, um die Kosten decken zu können.

Weshalb die Rechnung nun trotzdem nicht aufgegangen ist, erklärt er so: «In der Auslastung von 80 Prozent sind auch die Tickets dabei, für welche wir keinen Ertrag haben.» Das heisst, viele Sponsoren und Helfer füllten zwar teils die Ränge, nicht aber die Kassen. Wie hoch der Prozentsatz der zahlenden Zuschauer nun wirklich war, kann Magyar noch nicht sagen. Die genauen Zahlen seien erst in ein bis zwei Wochen erhältlich. Zur Frage der Ticketpreise sagt Magyar heute: «Es wäre falsch zu sagen, wir hätten alles richtig gemacht.»

5 Kommentare

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  • Kommentar von peter mueller, bern
    Tickets für Sponsoren sollten ganz einfach verboten werden. Die Wenigsten nutzen diese doch. Viele Spiele sehe ich in letzter Zeit mit nur halbvollen Rängen deswegen. Das macht im TV kein schönes Bild! Ausserdem verstehe ich nicht, wieso man ganz kurz vor den Matches nicht die Ränge füllt, GRATIS, für all diejenigen, die vor dem Stadion stehn und gern reinmöchten!!! Das würde doch allen dienen.
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  • Kommentar von Urs Rösli, Zürich
    Mich hat einfach folgendes erstaunt: Zürich nennt sich eine Weltstadt. Da finden die Leichtathletik-Europameisterschaften statt. Ich meine, das ist doch ein grosser Anlass. Auf den Strassen, in den Geschäften: Nirgends fand ich dafür Werbung. Sind die Verantwortlichen in die Geschäfte gegangen, um für Werbung zu werben? Ich habe mit zwei Geschäftsinhabern geredet. Bei keinem ist jemand vorbeigekommen. Ohne Werbung kann man doch nichts verkaufen. Auch keine EM. Und 4 Millionen Defizit......
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  • Kommentar von U.E. Romer, Zuerich
    Einmal mehr wurden im Vorfeld von den Verantwortlichen viele Versprechungen gemacht. Dieser Grössewahn hat auch die Politiker im Umfeld des Meetings erfasst. Nun soll, wie immer in solchen Fällen, der Steuerzahler den offenen Rest übernehmen. Wann endlich sehen die sportbegeisterten Funktionäre ein, dass die Schweiz solche Anlässe nicht "stemmen" kann.
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