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Zürich Schaffhausen Leise Hoffnung für die Abbott-Mitarbeiter

Vor zehn Jahren übernahm die amerikanische Firma Abbott die bankrotte Jomed in Beringen. Nun hat der Retter aus Amerika das Interesse am Standort Beringen verloren. Bis in einem Jahr verlieren 300 Angestellte ihre Stelle. Bereits sind aber neue Investoren in Sicht. Wiederholt sich die Geschichte?

Legende: Video Entlassungen bei Abbott abspielen. Laufzeit 2:58 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 16.10.2013.

Am Standort Beringen produziert Abbott hauptsächlich Produkte für die Behandlung von Gefässerkrankungen, vor allem Stents. Diese Produktion soll nun in andere Betriebe von Abbott ausgelagert werden. Zu stark hat sich der Markt verändert, Stents sind nicht mehr so gefragt wie einst und der starke Franken macht den Standort Beringen für die Amerikaner unattraktiv. Die logische Konsequenz: Beringen wird fallen gelassen.

Abgang in Etappen

Die Schliessung in Beringen findet laut «Schaffhauser Nachrichten» in Etappen statt: Bis Ende dieses Jahres werden die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten eingestellt, bis zum Mai 2014 wird die Produktion stillgelegt, und bis Ende September 2014 soll die Schliessung des Standortes vollzogen sein.

300 Stellen gehen verloren

Abbott beschäftigt aktuell 160 Festangestellte aus der Schweiz, 70 Grenzgänger und 70 Leute temporär. Für sie besteht, laut Mitteilung des Unternehmens, ein Sozialplan. Zudem will Abbott den betroffenen Mitarbeitern eine Abfindung sowie Unterstützung bei der Stellensuche bieten.

Investoren in Sicht

Trotz schlechter Nachrichten gibt es Grund zur Hoffnung. Wie der kantonale Wirtschaftsförderer Thomas Holenstein gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen» sagt, weiss er von möglichen Investoren, die an dem Unternehmen interessiert sind.

Lässt der einstige Retter neue zu?

Einen Haken gibt es jedoch: Abbott müsste zu einer Übergabe Hand bieten. Die Amerikaner dürften jedoch kaum an neuer Konkurrenz interessiert sein, es müsste deshalb sicher etwas Anderes produziert werden. Vor 10 Jahren kam Abbott als Retter nach Beringen, nun müsste Abbott neue Retter zulassen. Ob der amerikanische Konzern darauf eingeht, liess er heute offen.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Tom Duran, Basel
    Da zeigt sich doch das wahre Gesicht der sogenannten Manger, CEOs usw. Vor nicht all zu langer Zeit haben die in Allschwil einen Millionenbau hingeklotzt, um danach zu merken: he, dass Geld wird knapp! Ein Verhalten, dass System hat und ebenso in unserer Politik wiederzufinden ist! Also, die Wirtschaft und der Staat machen es vor, wir folgen! Meine Vorschlag: kaufen Sie sich einen Ferrari obwohl sie kein Geld haben. Dann schreiben Sie der Steuerverwaltung: sorry, nix mehr zu holen!
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    1. Antwort von Arno Hecht, Frankfurt
      So ein Blödsinn. In Basel wurden von Abbott die alten Gebäude der Solvay Pharma übernommen. Abbott hat dort die Arbeitsplätze erhalten und sogear viele neu geschaffen. Allerdings nicht in einem Produktionsstandort, sondern in der weltweiten Hauptverwaltung für den Pharmabereich. Im übrigen gibt es dort weder einen Ferrari noch Urlaub auf Bora-Bora.
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  • Kommentar von Temporerangestellte, Neuhausen
    Ich bin selbst betroffen und hoffe immernoch meine Stelle behalten zu können. ich habe meinen Job geliebt und gerne da gearbeitet. Ich gebe die Hoffnung nicht auf das noch was gutes kommt :-( Es war ein harter Schlag das zu hören und konnte meine Tränen und die Angst um meine Existenz nicht zurückhalten...Investoren..das erhoffe ich mir die uns evt. als Mitarbeiter übernehmen würden oder uns wenns wirlich soweit ist uns Mitarbeiter in Ihre Firma aufnehmen.
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    1. Antwort von Heinz Künzli, Diessenhofen
      Abgesehen davon, dass temporäre Mitarbeiter immer Angst um ihre Existenz haben müssen, sollte an dieser Stelle mal erwähnt werden, dass die Abbott viele Mitarbeiter hatte oder hat, welche andere gerne mobben, keinen Anstand besitzen, andere Angestellte ausspielen mit fiesesten Tricks usw. Man hat auf die Falschen gesetzt. Falls sie zu den Ausnahmen dort gehören, dann tut es mir selbstverständlich sehr leid für sie und alle anderen die es dort aushalten mussten.
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  • Kommentar von P. Bürger, Schweiz
    Die Nachricht ist traurig für die Mitarbeiter. - Interessant hingegen dürfte nun sein, ob der Wirtschaftsförderer Holstein nicht nur ein Schönwetter-Kapitän ist (wie die Vergangenheit zeigte). Die wirkliche Qualität dieser Institutionen, welche sich immer wieder öffentlich brüsten, welch grossartigen Mehrwert sie zu leisten vermögen, zeigt sich dann, wenn der Wind rauer wird. Hier kann er nun zeigen, ob er sein Geld wert ist, oder eben nur ein Rufer der «guten Botschaften» bleibt.
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    1. Antwort von Tom Duran, Baseld
      Fazit: traue weder einem Manager noch einem Politiker. Darf ich Sie daran erinnern, dass diese Firma erst kürzlich Millionen für einen Prunkbau in Allschwil ausgegeben hat, um dann festzustellen, der war zu teuer und zu gross!?!? War darf nun dafür gerade stehen? Der einfache Arbeiter natürlich. Nicht etwa diejenigen, die da Mist gebaut haben. Die gönnen sich wahrscheinlich gerade eine Kur auf Bora Bora! Die wahren Verbrecher hocken in der Wirtschaft und der Politik!
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