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«Lex Fifa» durchgefallen Zürich soll den Weltfussballverband nicht stärker besteuern

Eine Mehrheit der Kantonsratskommission lehnt es ab, der Fifa Steuern aufzuerlegen wie einem gewöhnlichen Unternehmen.

Ein spiegelndes Schild aus den vier Buchstaben F I F A.
Legende: Die Besteuerung der Fifa wird Thema im Kantonsparlament. Ändern dürfte sich allerdings nichts. Keystone

Der Vorstoss kommt von Mitte-Links: Vertreter der SP und der EVP verlangen, dass der Weltfussballverband künftig nicht mehr in den Genuss des tieferen Vereinssteueransatzes kommen soll.

Vereine, die eine Bilanzsumme von mehr als einer Milliarde Franken aufweisen, sollen künftig wie gewöhnliche Kapitalgesellschaften besteuert werden. Die Gewinnsteuer würde also nicht mehr vier, sondern neu acht Prozent betragen.

«Lex Fifa» sei unsinnig

Betroffen von dieser neuen Regelung wäre im Kanton Zürich genau ein Verein: nämlich die Fifa. Dieser Umstand ist auch einer der Gründe, weshalb sich die Kantonsratskommission mit 10 zu 5 Stimmen gegen die Vorlage ausspricht. Es sei rechtsstaatlich bedenklich, «dass auf eine einzige Organisation abgezielt wird».

Weiter schreibt die bügerliche Mehrheit der Kommission in ihrem Bericht, den sie am Donnerstag veröffentlicht hat, der Weltfussballverband habe mit seinen rund 500 Mitarbeitenden für Zürich eine grosse wirtschaftliche Bedeutung.

Zudem liefere die Fifa durchaus Steuern ab. Im Gegensatz zu den über fünfzig anderen internationalen Sportverbänden mit Sitz in der Schweiz habe sich der Fussballverband nicht von der direkten Bundessteuer befreien lassen.

Das Hauptgebäude der Fifa auf dem Zürichberg.
Legende: Der Hauptsitz des Fussballverbandes: ein Standortvorteil aus Sicht der Bürgerlichen. Keystone

Regierungsrat warnt - Linke bleiben dabei

Diesen Punkt betont auch die Kantonsregierung. Sie warnt davor, dass bei einer Annahme der Initiative die Fifa doch noch davon Gebrauch machen könnte und sich aufgrund ihrer Gemeinnützigkeit von den Gewinnsteuern befreien lassen. Damit würde der Vorstoss von SP und EV ihr Ziel verfehlen, hält der Regierungsrat fest.

Eine Minderheit der Kommission aus Vertretern von SP, Grünen und EVP hält hingegen an der Initiative fest. «Die Fifa versteckt sich hinter ihrer Organisationsform als Verein», sagt SP-Kantonsrat Stefan Feldmann auf Anfrage des «Regionaljournal». Ein weltweit tätiges, kommerzielles Unternehmen wie die Fifa solle steuerlich nicht behandelt werden «wie der Kaninchenzüchterverein Schwamendingen», so Feldmann.

Angesichts der bestehenden Mehrheitsverhältnisse dürfte die Parlamentarische Initiative im Zürcher Kantonsrat chancenlos bleiben.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Christian Mueller (Christian Mueller)
    Man könnte ja mal nachforschen, ob das wirklich ein Verein nach schweizer Recht ist.
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  • Kommentar von Leo Nauber (leo999)
    Ich finde auch, dass eine Milliarde Bilanzssumme zu hoch ist, die normale Besteuerung bzw. hier die 8% sollten bereits ab 100 Mio. angewendet werden.
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  • Kommentar von Leo Nauber (leo999)
    Je reicher, desto mehr Samt in den Handschuhen, mit denen man sie anfasst. Nur für allen Luxus, Machterhalt und dafür notwendige Korruption ist immer Geld genügend vorhanden, nur nicht um seine sozialen Pflichten wahrzunehmen. Ähnlich ist es doch wieder mit der Gegenfinanzierung zur Unternehmenssteuerreform. Die Dividenden, ein beträchtliches Einkommen für viele Unternehmer, darf nicht zu min. 70% als Steuersubstrat angerechnet werden, mind. 40% und mehr soll absolut unbesteuert bleiben
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