Liest Zürich wirklich?

Zürich, Winterthur, Uster, Bülach, Otelfingen, Stäfa und ganz viele Orte mehr. Das Festival «Zürich liest» bietet 180 Lesungen durch den ganzen Kanton an. Aber lesen denn die Zürcherinnen und Zürcher tatsächlich so viel?

Die ersten Bücher erhalten die meisten Menschen wohl in einem Alter, in dem sie noch gar nicht lesen können. Schweizer Klassiker oder «Babar» seien äusserst beliebt, sagt Marianne Siegenthaler vom Kinderbuchladen im Zürcher Niederdorf. Zwischen 14 und 18 gäbe es dann aber einen regelrechten Einbruch. In diesem Alter werde weniger gelesen.

Und danach gehen die jungen Erwachsenen in einen «richtigen» Buchladen. In die Buchhandlung Bodmer beispielsweise. Und dies machen die Zürcherinnen und Zürcher sehr häufig, findet Janka Wüst, die in der Buchhandlung arbeitet: «Die Zürcher lesen sehr viel. Und auch sehr vielseitig.» Vom Roman über Belletristik bis zu anspruchsvollen Sachbüchern. Und in den letzten Jahren seien Krimis hoch im Kurs, vor allem Regionalkrimis, die in Zürich und Umgebung spielen.

Zürich liest nicht nur viel, Zürich schreibt auch

Die Zürcherinnen und Zürcher gehen aber noch einen Schritt weiter. Sie lesen nicht nur, was andere schreiben, sie schreiben auch häufig selbst. Dies stellt Markus Wieser, Präsident des Zürcher Buchhändler- und Verlegervereins fest: «Schreiben ist ein menschliches Urbedürfnis. Auf diese Weise kann man Erlebnisse verarbeiten.»

«Zürich liest»