Lohndumping-Initiative: Notwendig oder schädlich?

Nützen härtere Strafen für Firmen etwas, damit auf Baustellen faire Löhne bezahlt werden? Oder sind sie ganz einfach eine unfaire Kollektivstrafe? Roman Burger (Unia) und Markus Hungerbühler (Baumeisterverband) kreuzen die Klingen zur Zürcher Lohndumping-Initiative.

Niemand will Lohndumping, alle wollen eigentlich etwas dagegen tun. Nur das Wie ist die grosse politische Frage.

Einzig wirksames Mittel?

Die Gewerkschaft Unia fordert in ihrer Initiative, dass das Zürcher Amt für Wirtschaft und Arbeit bei einem dringenden Verdacht auf Lohndumping die Arbeit auf einer Baustelle einstellen lassen muss. Wenn ein Unternehmen bei den Kontrollen nötige Belege nicht rechtzeitig vorlegt, hätte dies einen Arbeitsunterbruch zur Folge. Diese Möglichkeit, Baustellen zu schliessen, sei die einzig wirksame Massnahme, betont Roman Burger von der Unia im «Regionaljournal Zürich Schaffhausen». «Wenn einzelne schamlos betrügen, schadet das schlussendlich allen Firmen.»

Übertriebene Massnahmen?

Die Gegner der Initiative wehren sich vehement. Sie halten es für übertrieben, alle Unternehmen in denselben Topf zu werfen und gleich hart zu bestrafen. «Die heutigen Massnahmen reichen völlig», sagt Baumeistervertreter Markus Hungerbühler. «Die Unia will einfach Lohnpolizei spielen, es geht nur um mehr Macht.»

Vor der Grossbaustelle an der Zürcher Europa-Allee streiten Roman Burger (Regionalleiter der Unia Zürich-Schaffhausen) und Markus Hungerbühler (Geschäftsleiter des Baumeisterverbands Zürich/Schaffhausen und CVP-Gemeinderat der Stadt Zürich) um die besten Argumente. Am 28. Februar befinden die Stimmberechtigten des Kantons Zürich über die Initiative.

Parolen

JA: SP, Grüne, EVP, AL

NEIN: SVP, FDP, GLP, CVP, EDU