Lohndumping: Kanton Zürich weist Kritik zurück

Gewerkschaften kritisierten in den letzten Monaten immer wieder das Zürcher Amt für Wirtschaft und Arbeit. Dieses hätte bei krassen Fällen von Lohndumping früher reagieren müssen. Der Kanton sieht nicht sich in der Verantwortung, sondern die paritätische Kommission.

Schild mit der Aufschrift "Stopp Lohndumping!" bei der Zara-Baustelle an der Zürcher Bahnhofstrasse

Bildlegende: Lohndumping - wie hier auf der «Zara»-Baustelle an der Bahnhofstrasse - standen im Zürcher Kantonsrat in der Kritik. Keystone

Auslöser für die Anfrage im Zürcher Kantonsrat war ein Fall von Lohndumping vom Herbst 2013: Auf der Baustelle zum neuen Tiefbahnhof Löwenstrasse sollen ausländische Arbeiter für Hungerlöhne von 5 bis 11 Euro geschufftet haben. Die Bauarbeiter waren als angeblich Selbstständige von Sub-Unternehmen der SBB angestellt.

AL-Kantonsrat Markus Bischoff wollte in seiner Anfrage vom Regierungsrat wissen, weshalb das kantonale Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) bei diesem Fall nicht frühzeitig reagiert hatte. Das AWA hätte besser hinschauen sollen.

Schützenhilfe für das Amt für Arbeit

Von bürgerlicher Seite im Kantonsrat gab es Schützenhilfe für das AWA. SVP-Kantonsrat Arnold Suter betonte, dass nicht das AWA für die Einhaltung von fairen Arbeitsbedingungen verantwortlich sei, sondern die paritätische Kommission. Regierungsrat Ernst Stocker (SVP) stellte sich auf denselben Standpunkt.