Schwieriger Werbemarkt Lokale Werbekunden halten den Regionalzeitungen die Treue

Das Tamedia-Jahresergebnis ist getrübt. Unter anderem weniger Werbeeinnahmen bei den Regionalzeitungen führten 2016 zu einem massiven Gewinnrückgang. Und was für die Tamedia gilt, gilt auch für die anderen Verleger. Mitnichten. Kleine Regionalzeitungen profitieren von treuen Werbepartnerschaften.

Die Front von vier verschiedenen Regionalzeitungen.

Bildlegende: Der Werbemarkt ist für Zürcher Regionalzeitungen ein hartes Pflaster. Keystone

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Das Medienhaus Tamedia muss im letzten Jahr einen Gewinnrückgang von über 60 Prozent hinnehmen. Der Reingewinn sank von 334 auf 122 Millionen Franken. Ein Grund ist der schwierige Werbemarkt vor allem bei den Regionalzeitungen. Dort ist der Werbeumsatz - zum Beispiel bei den Zeitungen «Landbote», «Zürichsee-Zeitung» und «Zürcher Unterländer» - im Vergleich zum Vorjahr um 9 Prozent zurückgegangen.

Eigenständige Lokalzeitungen profitieren von treuen Kunden

Nicht ganz so trüb sind die Werbeaussichten bei anderen Regionalzeitungen. Eine Umfrage des «Regionaljournals» bei den Zeitungen «Anzeiger des Bezirks Affoltern», «Zürcher Oberländer» und «Schaffhauser Nachrichten» hat ergeben, dass bei nationalen Werbekunden sehr wenig zu holen sei.

Bei lokalen Kunden sehe dies anders aus, sagt Patrick Greuter von der Zürcher Oberland Medien AG. «Das lokale Geschäft, dort wo wir nahe am Kunden sind, wo wir innovativ sein können, dort verlieren wir kein Geld.» Stefan Wabel, Verlagsleiter bei den Schaffhauser Nachrichten, ergänzt: «Wir beraten die Kundschaft viel intensiver in der Werbeplanung und können dem Schaffhauser Gewerbe eine gute Plattform bieten.»