Malerschürze statt Kapitänsmütze

Nach mehr als 30 Jahren wurde das Rheinschiff MS Arenenberg komplett renoviert. Das Besondere: Die Matrosen und Schiffsführer selbst brachten ihr Schiff in der Werft wieder auf Vordermann. Am Mittwoch stach die neue MS Arenenberg erstmals in See.

Es gab viel zu tun diesen Winter in der Werft Langwiesen: Die ganze Schale des Rheinschiffs wurde renoviert, ausserdem sämtliche Decks und der Innenausbau erneuert. «Es war ein langer Winter, und jetzt sind wir froh, dass wir fertig sind», sagt Maschinist Martin Singer, der für die Schiffsrenovation noch einmal in seinem gelernten Beruf als Schreiner arbeitete.

Mit Notlösung Kosten gespart

Die Schiffscrew kam zu dieser besonderen Winterbeschäftigung aus reiner Not: 2011 ging nämlich die Bodan-Werft in Kressbronn am Bodensee in Konkurs - jene Werft also, in der die Schiffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein (URH) ihre Schiffe bauen und renovieren liess. So wurden zuerst die MS Schaffhausen und nun also auch die MS Arenenberg in der eigenen Werft in Langwiesen generalüberholt.

Es kostete zwar etwas über eine Million Franken, die MS Arenenberg selbst zu renovieren. Und die Angestellten konnten nicht - wie sonst üblich - im Winter ihre Überzeit abbauen. Unter dem Strich sei die Renovation in der eigenen Werft aber eher günstiger gekommen als eine externe Lösung, sagt URH-Direktor Remo Rey. Den Hauptvorteil sieht er aber darin, dass die Schifffahrtsgesellschaft ihren Angestellten eine Jahresanstellung bieten und auf deren erlernten Berufe zurückgreifen könne.

Angenehmer Nebeneffekt: Die Matrosen achten beim Renovieren noch viel stärker auf praktische Details und können sich einen Pfusch nicht leisten. Schliesslich sind sie danach tagtäglich mit «ihrem» Schiff unterwegs.

(Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 17:30 Uhr)