Mann, Frau, Gitarre

«Schönes», heisst das Stück des norwegischen Dramatikers Jon Fosse, welches das Schauspielhaus Zürich zeigt. Alles ist etwas schwermütig, wortkarg - und gekonnt inszeniert von Altmeister Werner Düggelin.

Ein Mann und eine Frau liegen auf der Bühne, daneben liegt eine Gitarre.

Bildlegende: Mann, Frau, Gitarre und eine unerfüllte Sehnsucht. zvg

Sommerfrische an der Küste: Fjord und Berge, ein altes Bootshaus… Ein Mann, Musiklehrer in der Stadt, verbringt den Sommerurlaub mit Frau und Tochter in seiner alten Heimat. Er trifft nach vielen Jahren einen Jugendfreund wieder – Leif, mit dem er früher in einer Band gespielt hat.

Für beide ist es eine Begegnung, die sie zurückdenken lässt an gemeinsam Erlebtes. Und während sich seine Tochter in einen Jungen aus dem Dorf verliebt, wird er eingeholt von der Erinnerung an längst vergangene Zeiten. Unerfüllte Träume spiegeln sich in neuer Hoffnung, intensiviert durch die schöne Landschaft, die die Gefühle endgültig verwirrt.

Der Norweger Jon Fosse gehört zu den meistgespielten europäischen Dramatikern. Seine Stücke sind leise, unaufdringliche Texte, wortkarg und scheinbar ereignislos – und doch passiert, jenseits der Grenze des Sagbaren, viel mit seinen Figuren. Nach Ben Jonsons «Volpone» und Eugène Scribes «Das Glas Wasser» ist «Schönes» Werner Düggelins dritte Inszenierung während der Intendanz von Barbara Frey.