Maos Mango im Museum Rietberg

Mangos aus Wachs und Mangos aus Pappmaschee. Mangos auf Geschirr, Bettwäsche und Zigarettenpackungen. 1968 lag ganz China im Mango-Fieber. Die neue Ausstellung «Maos Mango» im Museum Rietberg erzählt, wie aus einer Frucht ein politisches Propaganda-Symbol wurde.

Alles begann mit einer kleinen Kiste süsser Früchte. Mao Zedong erhält sie als Gastgeschenk des pakistanischen Aussenministers. Und da Mao die exotischen Früchte unverzüglich an Arbeiter verteilen lässt, löst er einen völlig überraschenden Massenkult aus.

Mangos in Seifenform auf einem Tablar.

Bildlegende: Extra für die Ausstellung hergestellt: Mangos in Seifenform. SRF

Mangos gelten plötzlich als Symbol für Maos Güte und für seine Fürsorge für sein Volk. Sie zieren Tassen und Zigarettenpackungen oder  werden als selig machendes Mangowasser löffelweise getrunken.

Wie ein Kult entsteht

Wie kommt man auf die Idee, halbverfaulte Mangos in Formaldehyd einzulegen und als Kostbarkeit zu bestaunen? Wie kann eine harmlose Frucht plötzlich eine politische Botschaft verkörpern? Diesen Fragen geht die neue Ausstellung im Zürcher Museum Rietberg nach. Sie ist klein und sehr bunt.

In den Vitrinen stehen für einmal nicht kostbare Exponate sondern Alltagsgegenstände. Es sind Tassen und Teller, Bettwäsche und Zigarettenpackungen – und alles ist  geschmückt mit Bildern von Mangos.

Diese Exponate hat die amerikanische Kunsthistorikerin Alfreda Murck vor allem auf Flohmärkten in Beijing aufgestöbert. Zusammen mit Filmen und Stimmen von Zeitzeugen, erzählen sie in der Ausstellung die kuriose Geschichte von Maos Mango. Die Ausstellung «Maos Mango» im Zürcher Museum Rietberg dauert vom 15. Februar bis 16. Juni 2013.