Martin Graf - Grüne

Seit vier Jahren sitzt Martin Graf als Justizdirektor im Regierungsrat. Aufsehen erregte in dieser Zeit vor allem der Jugendstraftäter Carlos und die Diskussion um die neue Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde. Martin Grafs Wahlchancen sind intakt, die Wiederwahl ist aber nicht garantiert.

  • Beruf: Agronom ETH
  • Politisch tätig seit: 1990
  • Politisches Amt: Regierungsrat, Vorsteher der Direktion für Justiz und Inneres
  • Zivilstand: verheiratet, fünf Kinder
  • Wahlslogan: Martin Graf – authentisch und klar.

Als Martin Graf vor vier Jahren in den Regierungsrat gewählt wurde, war dies eine grosse Überraschung. Denn Martin Graf verdrängte den bisherigen CVP-Regierungsrat Hans Hollenstein. Graf erhielt das Departement für Justiz und Inneres, keine einfache Aufgabe für den studierten Agronomen. Zumal grosse Brocken anstanden – wie der neue Finanzausgleich zwischen den Gemeinden oder die Revision des Gemeindegesetzes, das aus dem Jahr 1926 stammt.

Für Zündstoff sorgten allerdings vor allem Carlos und die Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde KESB. Im Falle des Jugendstraftäters erntete Martin Graf harsche Kritik. Einerseits in der Sache: Das Sondersetting von Carlos sei zu teuer, die Kontrolle über die Jugendanwaltschaft zu lasch. Andererseits wurde auch Martin Graf selbst kritisiert, weil er zu spät und unzureichend gehandelt habe.

Die Smartspider von Martin Graf.

Bildlegende: Wenns ums Gesetz geht, dann ist Justizdirektor Martin Graf für eine härtere Gangart als seine Partei. Seine Smartspider. smartvote

Aus Fehlern gelernt

Martin Graf hat aus dem Fall Carlos Lehren gezogen. Gezeigt hat sich dies beim zweiten grossen Aufreger: der KESB. Als eine Mutter in Flaach ihre beiden Kinder tötete, stellte sich Martin Graf sofort den Medien und liess den Fall untersuchen. Die Kritik an der KESB ist deshalb allerdings noch nicht abgeflaut und dürfte Martin Graf weiter beschäftigen.

Martin Grafs musste also viel Kritik einstecken. Kommt hinzu, dass der grüne Sitz noch nicht gefestigt ist und die CVP alles daran setzt, ihren alten Sitz zurück zu erobern. Martin Grafs Regierungsratsstuhl wackelt also. Andererseits geniesst Martin Graf den Bisherigen-Bonus. Trotzdem: Ein Spaziergang wird die Wahl für Martin Graf nicht.