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Masterplan Lengg Das Gesundheitsquartier soll weiter ausgebaut werden

Schon heute ist das Balgrist-Quartier geprägt durch Spitäler und Psychiatrien. Das will der Kanton weiter verstärken.

Aus der Vogelperspektive sieht man verschiedene Häuser, grüne Flächen, Wälder und einen Ausschnitt See.
Legende: Die Lengg soll noch stärker als Quartier für Forschung und Gesundheit entwickelt werden. zvg (Kanton Zürich)

Nirgendwo in der Schweiz arbeiten so viele Menschen im Gesundheitsbereich wie im Gebiet zwischen Balgrist und dem Bahnhof Tiefenbrunnen. Bald kommt mit dem neuen Kinderspital ein weiteres grosses Haus dazu.

Doch damit nicht genug: Geht es nach dem Kanton Zürich, wird das Gebiet an der Stadtgrenze zu Zollikon weiter als Gesundheitsquartier ausgebaut: «Es ist eine einmalige Chance, die sich uns bietet. Die Lengg soll über die Landesgrenze als Gesundheitsstandort ausstrahlen.» Das sagt Balthasar Thalmann, der beim Amt für Raumentwicklung des Kantons Zürich die Planung koordiniert.

Eine Häuserzeile, im Hintergrund der Zürichsee.
Legende: Die Psychiatrische Universitätsklinik: Auch sie benötigt mehr Platz. zvg (Kanton Zürich)

Forschungszentrum als Leuchtturm

Beteiligt bei dieser Planung sind sämtliche zehn Gesundheits-Institutionen, die bereits heute im Quartier vertreten sind. Von der Psychiatrischen Uniklinik über das Schweizerische Epilepsiezentrum bis zur Klinik Hirslanden. Das Herz des neuen Gesundheitsquartiers bildet ein neues Forschungszentrum, das die Häuser gemeinsam nutzen können. Als Träger ist die Universität Zürich vorgesehen.

Anstatt dass jeder für sich eine Lösung für den Mangel an Platz sucht, soll der Kanton die Bedürfnisse der Häuser, der Stadt und der Quartierbevölkerung aufeinander abstimmen. Keine leichte Aufgabe, so Thalmann: «Es brauchte ein Kompromiss. Nicht jedes Bedürfnis der einzelnen Kliniken konnte bewilligt werden.»

Verkehr als Knackpunkt

Ausserdem sollen die Anwohner nicht überfahren werden. Die Ausbauten bringen nämlich mehr Verkehr ins Quartier, was bereits bei der Planung des Kinderspitals zu Widerstand in der Bevölkerung führte: «Die Frage ist, wie der Verkehr abgewickelt wird. Indem wir das Potenzial des Öffentlichen Verkehrs besser abholen, können wir die Zunahme an Fahrten eindämmen», ist Balthasar Thalmann überzeugt.

Geplant ist, dass die VBZ eine neue Buslinie eröffnet, die vom Bahnhof Zollikon zum Balgrist führt. Zudem werden eine Bus- sowie die Tramlinie 15 verlängert. Und schliesslich soll eine flächendeckende Tempo-30-Zone verhindern, dass zu viele Autos durch das Quartier rollen.

Verhalten positive Reaktion der Quartiervereine

Diese Ansätze begrüsst Urs Frey, Präsident des Quartiervereins Riesbach. Allerdings schwingt auch eine gewisse Skepsis mit: «Der Umsteige-Effekt auf Traum und Bus muss dann auch wirklich stattfinden. Wir werden sehen, ob das Quartier die Verkehrszunahme absorbieren kann oder nicht.»

Urs Frey und sein Quartierverein werden die Entwicklung genau beobachten. Als nächstes werden nun die Eckwerte für die Weiterentwicklung des Quartiers festgelegt. Und zwar im kantonalen Richtplan, der ab kommendem Freitag öffentlich aufliegt.

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