Mehr Freiraum für den Zürcher Sechseläutenplatz

Die Volksinitiative für einen freien Sechseläutenplatz ist zustande gekommen, über 4000 Unterschriften liegen bei der Stadtkanzlei. Der Zürcher Stadtrat muss sich nun überlegen, wie er die Zahl der Event-Tage auf dem Platz zwischen Bellevue und Oper abbauen kann.

Gruppe von Leuten auf grossem Stadtplatz, davor zwei Feuerwerksvulkane mit Rauch

Bildlegende: Kleines Freudenfeuerwerk: Die Initianten mit den 4336 Unterschriften auf dem Sechseläutenplatz. Keystone

4336 Stadtzürcherinnen und -zürcher haben die Initiative unterzeichnet. Sie alle wollen, dass der Sechseläutenplatz nur noch 65 statt 185 Tage im Jahr für Veranstaltungen genutzt wird. Laut den Initianten von SP, AL und Grünen reichen zwei Monate aus, um die wichtigsten Veranstaltungen wie Zirkus Knie, 1. Mai, Sechseläuten, Oper für Alle, Filmfestival und Weihnachtsmarkt unterzubringen.

Der Sechseläutenplatz sei die gute Stube der Stadt Zürich. Seine Weite und Leere müssten geschützt werden, meinte Samuel Hug vom Initiativkomitee bei der Übergabe der Unterschriftenbogen am Montagabend. Der Platz solle vorab der Bevölkerung zur Verfügung stehen und nicht den Eventveranstaltern. Der Stadtrat von Zürich hat nun eineinhalb Jahre Zeit, um dem Gemeinderat eine entsprechende Umsetzung zu präsentieren – oder aber einen Gegenvorschlag, der zumindest in die Richtung des Anliegens geht.

«  Der Sechseläutenplatz ist Zürichs gute Stube. »

Samuel Hug
Präsident des Initiativkomitees

Ein Gegenvorschlag sei wahrscheinlich und werde wohl als erstes geprüft, meinte der Sprecher des Zürcher Präsidialdepartements, Nat Bächtold, auf Anfrage des «Regionaljournals». Er gestand auch ein, dass die bisherige Nutzung des Platzes die Vorgaben nicht ganz erfüllt habe und dass die festgeschriebenen 185 Eventtage auch für nächstes Jahr nur knapp eingehalten werden könnten. 2016 wird der Platz nämlich noch zusätzlich durch die Zürifäscht-Chilbi und die europäische Biennale für zeitgenössische Kunst «Manifesta» belegt.