Michael Hiller: «Ich bin jeden Tag gerne arbeiten gegangen»

Der ehemalige Chef des «Regionaljournal Zürich Schaffhausen» geht nach dreissig Jahren Radio in Pension. In Meilen am Zürichsee aufgewachsen, klebte ihm bereits als junger Bub das Radio am Ohr. Zum Radio selbst kam er jedoch erst richtig im Jahr 1983.

Portrait Michael Hiller, abtretender Chef des «Regionaljournal Zürich Schaffhausen».

Bildlegende: Leben fürs Radio: Michael Hiller, abtretender Chef des «Regionaljournal Zürich Schaffhausen». SRF/Michael Stahl

Er habe bereits als Bub mit seinem besten Freund Fussballmatches aufgenommen und kommentiert – wer besser reden konnte, gewann. Aufgewachsen in Meilen am Zürichsee, erlebte Michael Hiller das Radio in seinen Anfangszeiten, hörte in der Schule heimlich die Hitparade über ein damals seltenes tragbares Radiogerät.

Analoges Radio – Zeit zum Nachdenken

Nach einer längeren Zeit bei verschiedenen Zeitungen kam er schliesslich 1983 zu Radio SRF, das damals noch Radio DRS hiess. Radio in den 80er Jahren, das hiess vor allem, schwere Tonbandgeräte – das «Nagra» – herumzuschleppen und die Beiträge von Hand zu schneiden.

Im Gegensatz zum heutigen digitalen Arbeiten war das aber nicht schlecht: «Während des Schneidens hatte ich noch Zeit, nachzudenken, wie der Beitrag funktionieren könnte. Heute bleibt weniger Zeit dazu.» Und gerade diese Zeit müsse man sich auch heute noch nehmen.

«Regionaljournalismus ist nahe bei den Leuten»

Von Zürich aus berichtete Michael Hiller schliesslich als Erster über Wirtschaftsthemen und wurde dann Chef der Zürcher Wirtschaftsredaktion. Doch dann wollte er wieder mehr im Regionaljournalismus arbeiten: In den letzten acht Jahren leitete er die Redaktion des «Regionaljournal Zürich Schaffhausen». Das sei für ihn kein Abstieg gewesen – regionale News seien spannend, interessant und vor allem nahe bei den Leuten.

Nun übernimmt Katrin Hug als neue Chefin die Leitung des Regionaljournals. Nach dreissig Jahren Radiomachen werde er die Arbeit kaum vermissen, aber: «Das Team zu verlassen, das fällt mir schwer.»