Millionenbetrug bei der BVK durch CS-Mitarbeiter?

Am Bezirksgericht Zürich hat am Mittwoch der Prozess gegen fünf ehemalige Mitarbeiter der Grossbank Credit Suisse begonnen. Ihnen wird vorgeworfen, die kantonale Pensionskasse BVK um über elf Millionen Franken betrogen zu haben. Die Angeklagten bestreiten jegliche Schuld.

Ein Mann mit Kamera vor dem Bezirksgericht Zürich.

Bildlegende: Die BVK-Affäre ist noch nicht abgeschlossen. Keystone

Beim ersten BVK-Prozess ging es um Schmiergeld und Bestechung. Nun geht es um Betrug und lusche Aktiengeschäfte. Der Hauptbeschuldigte ist ein Studienfreund des ehemaligen Anlagechefs der BVK. Er soll zusammen mit vier früheren Angestellten der Credit Suisse Aktienkurse manipuliert haben – zum Nachteil der kantonalen Pensionskasse BVK, aber auch der kantonalen Gebäudeversicherung. Der Schaden beträgt laut Anklageschrift alles in allem über 15 Millionen Franken. Der zuständige Staatsanwalt fordert Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren und bedingte Geldstrafen.

Keine Schuldeingeständnisse

Vor dem Bezirksgericht Zürich hat sich der Hauptangeklagte, ein Ex-Kadermann der CS, wortkarg gegeben. Er ist sich keiner Schuld bewusst. Die anderen vier Angeklagten haben die Schuld auf ihn abgeschoben oder erklärt, sie hätten lediglich auf Anordnung ihrer Vorgesetzten gehandelt. Ihre Anwälte brachten das Argument der Verjährung ins Spiel. Die ausführlichen Plädoyers folgen erst am Donnerstag.

Betrug im grossen Stil

Für den zuständigen Staatsanwalt geht es in diesem Fall um Betrug und Urkundenfälschung im grossen Stil. Dank des illegalen Aktienhandel-Tricks hätten sie eine gute Performance erreicht, was ihnen letzten Endes auch höhere Boni und die Perspektive auf einen schnellen Aufstieg in der Hierarchie der Bank gebracht habe. Der Prozess dauert voraussichtlich noch bis Donnerstagabend. Das Gericht gibt das Urteil Ende November bekannt.