Misstöne zum Auftakt der Musikfestwochen

Während der Musikfestwochen verwandelt sich die Winterthurer Altstadt in eine Konzertbühne. Am Mittwoch beginnt das Open-Air-Festival zum 39. Mal. Doch nicht alle sind restlos begeistert vom Kultur-Spektakel. Gewerbetreibende beklagen Lärmbelästigungen und Umsatz-Einbussen.

Ein Platz voller Menschen vor einer Leinwand in der Steinberggasse in Winterthur.

Bildlegende: Nicht bei allen beliebt: Kultur unter freiem Himmel in der Steinberggasse in Winterthur. zvg/Thomas Gerstendörfer

Christa Martiy hat ihren Laden an der Steinberggasse, also mitten auf dem Festgelände. Sie hat keine Freude am Rummel: «Eineinhalb Wochen, bevor die Konzerte anfangen, ist die Lärmbelästigung hier riesig.» Eine Plastikplane versperrt die Aussicht, im Laden ist es düster. Nur noch Stammkunden kämen in den Laden, sagt Christa Marty, aber keine Passanten und Passantinnen mehr.

Ähnlich klingt es bei Oliver Häusler. Auch sein Geschäft liegt direkt hinter der Konzertbühne. Der Umsatz leide während der Musikfestwochen, sagt der Optiker, der Schaden summiere sich in den vergangenen Jahrzehnten auf Hunderttausende von Franken.

Klagen sind bekannt

Auch die Organisatoren der Musikfestwochen haben ihr Büro in der Altstadt. Jane Wakefield von der Geschäftsleitung kennt die Sorgen der Ladenbesitzer: «Wir sind ständig im Austausch mit den Gewerbetreibenden und mit den Anwohnern. Doch nicht alle klagen.» Für Oliver Häusler wäre eine Verkleinerung der Musikfestwochen oder sogar ein anderer Standort eine Lösung. Jane Wakefield meint dazu: «Ein anderer Standort ist für uns keine Option. Dass die Musikfestwochen in der Winterthurer Altstadt stattfinden, macht diesen Anlass aus.»