Schaffhauser Filmpremiere Mit dem Blick des Künstlers durch eine unbekannte Welt

Der Schaffhauser Künstler Beat Toniolo hat einen neuen Film gemacht: «Lamu Calling» dokumentiert seine Reise auf die winzige Insel Lamu vor der Küste Kenias. Dabei war der Film so gar nicht geplant. Er entstand nur, weil eine Kunstaktion Toniolos auf Lamu scheiterte.

Drei Männer sitzer vor zwei Bildschirmen.

Bildlegende: Besprechen sich am Schnittpult: Künstler Beat Toniolo (hinten) mit den Filmleuten Adrian Seifert (l.) und Reto Troxler. SRF

Am 21. Schaffhauser Filmfestival, das heute Mittwoch beginnt, feiert «Lamu Calling» Premiere. Der rund 45-minütige Streifen zeigt die Begegnungen Beat Toniolos, der sich selbst als manchmal etwas skurrilen Künstler bezeichnet, mit den Bewohnerinnen und Bewohnern auf der Insel Lamu im Indischen Ozean.

«  Einen roten Faden gibt es bei mir ja selten. »

Beat Toniolo
Künstler

Der Schaffhauser hatte die Einladung eines befreundeten Künstlers angenommen und war nach Lamu gereist, um dort eine Kunst-Performance durchzuführen. Diese kam aber nie zustande. Dafür filmte Toniolo mit seiner Videokamera, was ihm vor die Linse kam.

Afrikaner auf Lamu präsentiert einen aus Petflaschen-Deckeln gefertigen Hut.

Bildlegende: Auch auf Lamu gibt es Künstler. Dieser zeigt an einem Hutfestival seine Eigenkreation. Standbild aus «Lamu Calling». zvg

«Ich geriet in einen richtigen Sog, liess mich treiben und habe mich naiv auf die Menschen auf Lamu eingelassen.» Toniolo kam mit Einheimischen ins Gespräch, filmte sie bei ihrer Arbeit und in der Freizeit. So sah er Orte, über die er sonst wahrscheinlich nie etwas erfahren hätte.

Was der Profi meint

Über zehn Stunden Filmmaterial kamen auf diese Weise zusammen. Diesen Rohstoff schnitt Toniolo mit Hilfe der Produktionsfirma Modul+ zu einem etwas speziellen Dokumentarfilm zusammen. «Als geschulter Kameramann hätte ich die Szenen schon anders aufgenommen», sagt Reto Troxler von Modul+. Es sei aber gerade das Spannende an diesem Film, dass Toniolo ohne Konzept und durch seinen eigenen Blick das Geschehen auf Lamu dokumentiert habe. «Das macht den Film authentisch und lebendig.»

21. Schaffhauser Filmfestival