Mit Veloverleih gegen die Langeweile

In Zürich-Altstetten warten hunderte Asylbewerberinnen und Asylbewerber auf ihren Entscheid. Arbeiten dürfen sie in dieser Zeit nicht. Um sich zu beschäftigen, leisten sie gemeinnützige Einsätze im Quartier.

Sie helfen beim Kochen, sammeln in Parkanlagen Abfall oder arbeiten beim Velo-Verleih. Asylbewerberinnen und Asylbewerber aus dem nationalen Testzentrum Juch in Zürich-Altstetten leisten gemeinnützige Arbeiten.

Die Einsätze würden den Asylbewerbern eine Tagesstruktur bieten und ermögliche ihnen den Kontakt zur Quartierbevölkerung, sagt Flurina Etzweiler. Sie ist bei der Asylorganisation Zürich (AOZ), die das Zentrum Juch im Auftrag des Staassekretariats für Migration führt, für das Beschäftigungsprogramm verantwortlich.

«  Die Asylsuchenden sind sehr dankbar, dass sie die Möglichkeit haben, etwas zu machen. Sie würden sich am liebsten noch viel mehr einbringen. »

Flurina Etzweiler
Leiterin Beschäftigung bei der AOZ

Eine Frau steht vor dem weiss-grünen Häuschen des Fahradverleihs.

Bildlegende: Flurina Etzweiler beim Velo-Verleih auf dem Bahnhofplatz in Zürich-Altstetten. SRF

Das bestätigen auch die Asylbewerber selber. Er möge den Job, sagt ein Nigerianer, der im Velo-Verleih die Administration erledigt. Mit ihm arbeiten ein Mann aus Sri Lanka und ein Weissrusse. Diese Zusammenarbeit zwischen Menschen verschiedener Nationalität trage viel zu einer positiven Stimmung im Zentrum bei.

Nur Beschäftigung - keine Arbeit

Wobei es streng genommen keine «Arbeit» ist, wie Flurina Etzweiler betont. Denn gesetzlich ist es Asylbewerbern nicht erlaubt zu arbeiten. Für ihre Tätigkeiten erhalten sie daher keinen Lohn, sondern eine sogenannte Motivationsprämie von dreissig Franken pro Halbtag. Wichtiger als das Geld sei jedoch die Wertschätzung, welche die Asylbewerber durch ihre Arbeit erfahren.

(Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 17.30 Uhr)