Musizieren wider das Vergessen

Durch das Singen sollen Menschen mit Demenz selbstbewusster werden und gewisse Erinnerungen zurückrufen. Das ist der Ansatz der Schaffhauser Musiktherapeutin Gerlinde Rauber. Anlässlich des Welt-Alzheimertags am Mittwoch wird sie für ihr Engagement ausgezeichnet.

Eine Frau spielt stehend Blockflöte, rechts neben ihr sitzt eine ältere Frau mit grauen Haaren am Klavier.

Bildlegende: Ruth Schwyn (am Klavier) und die Musiktherapeutin Gerlinde Rauber. SRF

Immer am ersten und am dritten Dienstag des Monats trifft sich die Musikgruppe im Atelier von Gerlinde Rauber in der Schaffhauser Altstadt. Dort stehen allerlei Instrumente. Geigen, Gitarren, ein Klavier und viele Trommeln. Und wer nicht spielen mag, kann singen.

Seit Anfang Jahr leitet Gerlinde Rauber diese besondere Gruppe. Es sind Menschen mit Demenz, die zu Hause leben. Das gemeinsame Singen und Musizieren stärke das Selbstbewusstsein. Und die Beschäftigung mit Musik rufe auch Erinnerungen wach.

Gerlinde Rauber arbeitet bereits seit zwanzig Jahren als Musik-Therapeutin. Darauf gekommen ist sie durch ihre Arbeit in der Erwachsenen-Psychiatrie: «Ich habe dort gesehen, wie Menschen, die isoliert und resigniert im Heim sassen, durch Melodien und Lieder belebt wurden.»

1300 Menschen mit Demenz im Kanton Schaffhausen

Gemäss einer Schätzung der Schweizerischen Alzheimervereinigung sind im Kanton Schaffhausen rund 1300 Menschen an Alzheimer oder einer anderen Form von Demenz erkrankt.

Und jedes Jahr kommen über dreihundert neue Patientinnen und Patienten dazu. In der ganzen Schweiz leben rund 116'000 Menschen mit Alzheimer oder einer anderen Form von Demenz. Angesichts solcher Zahlen braucht es Angebote wie jenes von Gerlinde Rauber dringender denn je.