Zum Inhalt springen

Zürich Schaffhausen MyClimate-Erfolg: «Gib dis Best und kompensier de Rest»

Menschen und Firmen für den Klimaschutz sensibilisieren und ihnen Möglichkeiten bieten, um Klimasünden zu kompensieren. Dafür wurde die Organisation MyClimate vor elf Jahren gegründet. Letztes Jahr hat sie mit ihrem etwas anderen Klimaschutz mehr Geld eingenommen denn je.

Ein Radiomikrofon, dahinter Rene Estermann mit kurzen, dunkalblonden Haaren.
Legende: Kam mit dem Velo ins Radiostudio: René Estermann, Geschäftsführer von MyClimate. SRF

Wer mit dem Flugzeug in die Ferien fliegt oder mit dem Auto zur Arbeit fährt, produziert CO2. Bei der Klimaschutzorganisation MyClimate kann man dieses CO2 kompensieren. Für einen Flug von Zürich nach Mallorca bezahlt man 13 Franken. Und MyClimate verpflichtet sich, dieses Geld in Klimaschutzprojekte zu stecken. So werden anderswo diejenigen Emissionen eingespart, die man selbst verursacht hat.

Die Idee für die Stiftung hatten Studentinnen und Professoren der ETH vor elf Jahren. 2012 nahm MyClimate 13,5 Millionen Franken ein. Dennoch spricht Geschäftsführer René Estermann noch immer von Pionierleistungen, wenn Firmen ihr CO2 kompensieren. «Dass man für die Emissionen, die man produziert, auch etwas bezahlt, ist immer noch neu», sagt Estermann im Interview im «Regionaljournal Zürich Schaffhausen» von Radio SRF1.

Estermann wehrt sich gegen den Vorwurf, seine Stiftung betreibe einen modernen Ablasshandel.

Der Ablassvorwurf kommt meist von jenen, die nichts tun. Andere bezahlen wenigstens für ihren Abfall.
Autor: René EstermannGeschäftsführer
Ein schwarzer Mann mit gelbem T-Shirt steigt auf ein spitz zulaufendes Strohdach.
Legende: In Äthiopien werden Petrollampen mit Solarlampen ersetzt. zvg

MyClimate unterstützt Klimaschutzprojekte in der ganzen Welt - etwa die erste Kompostieranlage in Bali oder Solarlampen in Äthiopien. «Der Klimawandel ist ein globales Phänomen», sagt Estermann. «Und in den Entwicklungsländern haben wir einen viel längeren Hebel.» Denn die Projekte orientierten sich meist an den Grundbedürfnissen der Leute. «Die Samen, die man so pflanzt, vermehren sich enorm.»

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

2 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Andreas Benkle, Basel
    Lieber Alois, alles was aus deiner eigenen Aktivität einen negative Einfluss auf andere hat, kann man als Abfall bezeichnen. In der Wirtschaftstheorie wird dies als Externalität bezeichnet. Wenn du mit deinem tun anderen Schaden zufügst und dafür eine Vergütung bezahlen musst, wirst du zukünftig auch weniger Schaden verursachen. Du lebst übrigens vom o2 in der Luft, und nicht vom CO2. Das analoge Bild hast du bei Wasser: Schön haben wir die Gewässerverschmutzung minimieren können, nicht?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Alois Wutz, Gerlafingen
    Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich... jetzt ist also CO2 schon Abfall?? In was für Zeiten leben wir, wo man für die Luft, die man atmet, noch bezahlen soll? Aber das muss man Estermann lassen, er versteht es sehr gut, aus nichts Geld zu machen... Man nehme natürliche Stoffwechselprodukte, deklariere sie als schlecht für die Umwelt und kassiere danach kräftig ab. Eben ABlasshandel mit dem schlechten Gewissen...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen