Nach 50 Jahren ein neues Zuhause für die Winterthurer Polizei

Das Winterthurer Stadtparlament hat einem neuen Polizeigebäude auf dem Obermühleareal zugestimmt und einen Kredit in der Höhe von 82 Millionen Franken bewilligt. Definitiv entscheiden über den Neubau kann das Stimmvolk im November.

Eine Visualisierung zeigt ein graues, eckiges Gebäude, davor steht ein Polizeiauto parkiert und auf einem Platz laufen Menschen unter Bäumen.

Bildlegende: Der Neubau würde Platz bieten für 250 Polizisten und das veraltete Gebäude am Obertor ablösen. zvg (Stadt Winterthur)

Das Stadtparlament folgte am Montagabend dem Antrag des Stadtrats und entschied mit 45 Ja- zu 13 Nein-Stimmen für den Kredit. Ganz zur Freude der Polizisten, die der Abstimmung im Ratsaal beiwohnten.

Nach der Abstimmung freuten sie sich gemeinsam mit der FDP-Stadträtin Barbara Günthard-Maier. Gegenüber dem «Regionaljournal» zeigte sich die Polizeivorsteherin erleichtert: «Seit 50 Jahren wird an diesem Projekt rumgebastelt. Nun endlich ist der Weg frei.» Der erste Antrag für ein neues Polizeigebäude in Winterthur stammt aus dem Jahr 1969.

«Modern und bürgernah»

Das neue Zentrum sei daher dringend notwendig, der heutige Standort in der Altstadt sei für einen modernen Polizeibetrieb ungeeignet: zu wenig Platz, die Infrastruktur sowohl baulich wie auch technisch veraltet.

Mit dem neuen Gebäude an der Obermühlestrasse soll alles besser werden. Sämtliche Dienststellen, die heute über die ganze Stadt verteilt sind, könnten zusammengezogen werden, ferner erhalte die Stadtpolizei mit dem Neubau ein funktionales Betriebsgebäude: «Die Besucherwege sind getrennt, sodass sich Opfer und Täter nicht mehr begegnen. Und die Bürgerinnen und Bürger erhalten einen besseren Service», so Barbara Günthard-Maier.

Ausserdem könne so die Stadt weiterentwickelt werden, wenn das Gebäude am Obertor, in dem die Stadtpolizei zurzeit untergebracht ist, neu genutzt werden kann. Konkrete Pläne für die Umnutzung gibt es jedoch noch keine.

SP allein auf weiter Flur

Diese Argumente überzeugten eine deutliche Mehrheit im Winterthurer Stadtparlament. Von der SVP über die FDP und die CVP bis zu den Grünliberalen, den Grünen und der Alternativen Liste stimmten alle für den Kredit.

Einzig ein Teil der Sozialdemokraten war dagegen. Christa Meier von der SP-Fraktion: «Wir sind nicht grundsätzlich gegen das neue Gebäude. Auch wir sehen den dringenden Bedarf der Stadtpolizei nach neuen Räumen.» Allerdings sei die Finanzierung des Projekts nicht gesichert, weshalb die Mehrheit der SP-Fraktion lieber das Budget abgewartet hätte, das im Parlament in drei Wochen beraten wird.

Doch die SP unterlag mit ihrem Anliegen deutlich - und so hat der Winterthurer Stadtrat nun den Auftrag, bis zur Volksabstimmung im November ein Baugesuch vorzubereiten. Denn nach einer erfolgreichen Abstimmung soll es schnell gehen: Das neue Polizeigebäude soll bei optimalem Bauverlauf bis 2022 realisiert werden können. Es wäre das Ende einer über 50-jährigen Geschichte.