Nach dem Hochwasser: Schaffhausen geht über die Bücher

Aufgrund einer Gefahrenkarte realisierte die Stadt Schaffhausen verschiedene Hochwasserschutzmassnahmen. Ausgerechnet in dem am stärksten betroffenen Gebiet passierte nichts. Die Situation war nicht als gefährlich eingeschätzt worden. Die Stadt prüft nun neue Massnahmen.

Hochwasser in Schaffhausen

Bildlegende: Wie hoch der Schaden des Hochwassers ist, kann die Stadt noch nicht beziffern. Keystone

Seit 2007 liegt für die Stadt Schaffhausen eine Gefahrenkarte vor. Basierend darauf hat die Stadt verschiedene Schutzmassnahmen durchgeführt oder eingeleitet, wie zum Beispiel den Damm bei der Durach.

Weitere Hochwasserschutzeinrichtungen an anderen Stellen sind für 2014 und die folgenden Jahre vorgesehen. Die hohen Kosten machen eine schrittweise Realisierung der Massnahmen nötig. Man sei aber weder unwissend noch untätig, sagte Jürg Schulthess, Abteilungsleiter Gewässer beim Kanton Schaffhausen. Das Nötige habe die Stadt bisher vorbildlich getan. 

Zuerst analysieren, dann beurteilen

Vordringlich ist jetzt laut Schulthess, das Ereignis zu analysieren. Erst darauf basierend könne man beurteilen, was wo weiter getan werden müsse. Man müsse allerdings anerkennen, dass es gegen Ausnahmeereignisse keinen hundertprozentigen Schutz gebe.

Tierheim besonders betroffen

Tierschutz-Präsident Dolf Burki gab sich zuversichtlich, dass das Tierheim möglichst bald wieder errichtet werden könne. Es wurde vom Hochwasser überflutet und vollständig zerstört, viele Tiere kamen ums Leben. Burki erwartet nun möglichst bald Klarheit zu den Schutzmassnahmen. Stadtrat und Baureferent Raphael Rohner versicherte, die Stadt biete Hand für möglichst rasche, effiziente Hilfe.

Stadt muss wohl über die Bücher

Beim Freudentalbach, der das Tierheim und den kantonalen Werkhof überschwemmt, waren keine grösseren Hochwasserschutz-Bauten geplant. Ein Damm wäre hier eventuell sogar kontraproduktiv. Eine definitive Entscheidung soll es aber erst nach einer genauen Analyse des Unwetters geben. „Eventuell müssen wir dann auch über die Bücher gehen“, sagte Stadtrat Simon Stocker, der städtische Sicherheitsreferent.

 Angesichts des einschneidenden Ereignisses habe das Einsatzdispositiv sehr gut funktioniert, sagte Stadtrat Simon Stocker. Damit habe man noch schlimmere Folgen verhindern können. Insgesamt waren rund 200 Personen während der Nacht auf Freitag und teils den ganzen Freitag hindurch im Einsatz.