Nach dem Stadion-Nein: «Die Enttäuschung ist riesengross»

Nach der Ablehnung des 216 Millionen-Franken-Kredits für das geplante Fussballstadion auf dem Hardturm-Areal ist der Katzenjammer allseits gross. Die Gegner betonen, die Stimmbürger hätten vor 10 Jahren zu einem privat finanzierten Stadion Ja gesagt. Das gelte es nun wieder in Angriff zu nehmen.

Der Stadtrat schreibt in einer Mitteilung, er bedaure, dass die Fussball-Stadt Zürich nun kein adäquates Stadion bekommen werde. Und er bedaure insbesondere, dass nun die Wohnsiedlung auf dem Areal nicht gebaut werden könne. In absehbarer Zeit wolle man bei der Credit Suisse vorsprechen, um über den Landkauf, respektive -verkauf zu verhandeln. Der Stadtrat hat stets betont, dass die Credit Suisse das Land zurückkaufen könne, wenn kein Stadion gebaut werde. Für Stadtpräsidentin Corine Mauch ist ganz klar: «Auf diesem Areal gibt es kein Fussball-Stadion mehr».

Zürich: ohne richtiges Fussballstadion keine Weltstadt

Ancillo Canepa, Präsident des FCZ, kann die Niederlage noch kaum fassen. Seine Enttäuschung ist riesengross: «Ich war immer der Meinung, Zürich ist eine Weltstadt, eine offene Stadt, sportfreundlich und dass alle realisieren, was die beiden Fussballclubs alles für die Stadt und die Region leisten.» Offenbar sei dem nicht so, sagte er gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen».

Ein Kämpfer der ersten Stunde gegen das geplante Stadion, GLP-Gemeinderat und Fraktionschef Gian von Planta, sieht sich in seinem Engagement hingegen bestätigt.

«  Ein zu 100 Prozent von der Stadt finanziertes Projekt hat die Leute nicht überzeugt. »

Gian von Planta
GLP Fraktionschef im Gemeinderat

Die Stadt schreibe tiefrote Zahlen, in einer solchen Situation könne nicht die Stadt alles bezahlen. Es müssten auch Private ins Boot geholt werden. Vor 10 Jahren hätten die Stimmbürger Ja gesagt zu einem privat finanzierten Projekt, sagt von Planta.Nun müsse dahingehend eine Lösung gesucht werden. «Das Projekt ist nicht tot. Es wird aber ein paar Jahre dauern.»