Nach Luzerner Wahlen: Hoffnung und Zweckoptimismus in Zürich

Bei den Wahlen in Luzern haben SVP und FDP kräftig zugelegt, Grüne und Grünliberale fuhren Verluste ein. Dies schürt auf bürgerlicher Seite im Kanton Zürich Hoffnungen für die Wahlen am 12. April. Grüne und Grünliberale machen auf Schadensbegrenzung.

Plakate von Regierungsratskandidatinnen und -kandidaten im Kanton Zürich

Bildlegende: Schluss-Spurt für die Zürcher Wahlen: Im Kanton Zürich wird am 12. April gewählt. Keystone

Nicht nur bei den Wahlen in Luzern, auch in Baselland wurde eine Verschiebung zu Gunsten der bürgerlichen Parteien offenbar.

Die Zahlen aus beiden Kantonen zusammengezählt:

  • Grüne: - 7 Sitze
  • FDP: + 7 Sitze
  • SVP: + 6 Sitze.

Die Grünliberalen konnten in Baselland zwar ihre Sitze halten und verloren in Luzern nur einen Sitz. Dort ist ihr Wähleranteil jedoch massiv eingebrochen: Jeder vierte GLP-Wähler kehrte in Luzern der Partei den Rücken.

«Zürich ist ganz anders»

«Luzern ist ein konservativer Kanton, Zürich ist ganz anders», kommentiert Thomas Maier, Präsident der Zürcher GLP, die Resultate von Luzern und Basel im Hinblick auf die Zürcher Wahlen. Maier geht deshalb davon aus, dass die Grünliberalen ihren sensationellen Wahlerfolg von vor vier Jahren bestätigen können. Er bestreitet, dass der Erfolg vor allem dem «Fukushima-Effekt» zu verdanken gewesen sei.

Verpuffter Fukushima-Effekt

Heute herrsche eine andere Ausgangslage als vor vier Jahren, meint demgegenüber Beat Walti, Präsident der Zürcher FDP, gegenüber dem «Regionaljournal». «Im Nachgang zu Fukushima herrschten vor vier Jahren ausserordentliche Verhältnisse.» Das starke Interesse an der Atomenergie habe sich inzwischen gelegt. Heute würden die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger andere Themen mehr bewegen, zum Beispiel die wirtschaftliche Entwicklung. Darum hofft er auf einen Erfolg seiner Partei auch in Zürich.

Das verlorene Interesse an Atom-Themen spürten in Baselland und Luzern vor allem die Grünen, die insgesamt gleich sieben Sitze verloren. «Natürlich beschäftigt uns, was da passiert ist», gibt die Präsidentin der Grünen im Kanton Zürich, Marionna Schlatter, zu. Aber auch sie ist der Meinung, dass sich der Kanton Zürich nur bedingt mit den anderen Kantonen vergleichen lässt. Mit ihrem Regierungsrat und ihren politischen Erfolgen mit der Kulturlandinitiative sei die Ausgangslage für die Zürcher Grünen eine andere.

SVP mit «Sonder-Effort»

Und auch Alfred Heer, Präsident der Zürcher SVP, glaubt nicht, dass sich die Resultate aus anderen Kantonen in den Kanton Zürich übertragen lassen. Seine Partei hat in Baselland und Luzern zwar sechs Sitze zugelegt, in Zürich sehe es jedoch anders aus: «Wir haben, anders als in Luzern oder Basel, bereits 30 Prozent Wähleranteil.» Sich auf diesem Niveau weiter zu steigern, sei schwierig, sagt Heer weiter. «Es braucht noch einmal einen Spezial-Effort.» Das Minimal-Ziel: Mindestens die zwei Sitze zurückholen, welche die SVP vor vier Jahren verloren hat.