Nach Wasserrohrbruch: Stadt Zürich reagiert auf Ignoranz-Vorwürfe

Zwei Monate nach dem Jahrhundert-Wasserrohrbruch an der Uetlibergstrasse in Zürich beklagen sich die Betroffenen über das Verhalten der Stadt Zürich. Sie habe zu wenig Hilfe angeboten. Nun räumt die Stadt Fehler ein.

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Frust nach Wasserschaden

3:30 min, aus Schweiz aktuell vom 29.5.2013

Am 28. März 2013 bot sich den Rettungskräften von Schutz und Rettung ein Bild der Zerstörung an der Uetlibergstrasse in Zürich: Eine 119 Jahre alte Wasserleitung war geborsten, eine 15 Meter hohe Wasserfontäne setzte die Wohnungen in drei Mehrfamilienhäusern unter Wasser. Die Bewohner verloren ihr Zuhause und die meisten auch ihre Habseligkeiten.

Inkompetenz und Ignoranz

In einem offenen Brief beklagen sich die Anwohnerinnen und Anwohner nun über das Verhalten der Stadt Zürich nach dem Rohrbruch.

Sie seien von der Stadt nie kontaktiert worden, die Stadt habe ihnen keinerlei Hilfe angeboten, weder bei der Wohnungssuche noch in finanzieller Hinsicht, zum Beispiel mit Überbrückungsleistungen.

Und die Bewohner fürchten, dass sie zu wenig Geld erhalten, weil für die Möbel nur der sogenannte Zeitwert vergütet werden soll - also der Wert der Möbel zum Zeitpunkt des Schadens.

Stadt räumt Fehler ein

Nun reagiert die Stadt. Erich Mück, Direktor der Wasserversorgung der Stadt Zürich, spricht von einem Versäumnis: «Wir sind zu spät auf die Geschädigten zugegangen.» Zudem habe die Versicherung im Auftrag der Stadt mit den Anwohnerinnen und Anwohnern gesprochen - dies aber zu wenig deutlich gemacht. Und in Sachen Entschädigung verspricht Erich Mück: «Im Zweifelsfall wird der Wert kulant zu Gunsten der Geschädigten geschätzt.»