Nach WhatsApp-Milliardendeal: Zürcher Firmen können profitieren

Viele User des Kurznachrichtendienstes WhatsApp sehen sich nach anderen Diensten um, seit das Unternehmen an Facebook verkauft wurde. Nutzniesser sind gleich zwei Unternehmen aus Zürich. Sie haben seit letzter Woche einen enormen Zuwachs an Neukunden.

Schon wenige Minuten nach Bekanntgabe der WhatsApp-Übernahme verabschiedeten sich erste User vom Kurznachrichtendienst. Sie haben Bedenken, dass sich die Datenschutz-Situation unter Facebook verschlechtern könnte. Seit der Snowden-Affäre ist nämlich bekannt, dass Facebook Daten an die US-Sicherheitsbehörde NSA liefert.

Hier kommen die innovativen Zürcher Unternehmen Kasper Systems und Qnective ins Spiel: Mit Threema bzw. MyEnigma bieten beide Firmen Apps für Mobiltelefone an, über die man sicher Kurznachrichten versenden kann. Mit speziellen Verschlüsselungen soll sichergestellt werden, dass kein Unbefugter die Nachrichten lesen kann.

Userzahlen verdoppelt

«Seit dem Facebook-Deal letzte Woche verzeichnete unsere App zehnmal mehr Downloads als üblich», erklärt MyEnigma-Sprecherin Marlene Frey gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen», «die Userzahlen haben sich seither verdoppelt.» Mit einem so grossen Ansturm habe MyEnigma nicht gerechnet.

Derzeit verdient Qnective mit MyEnigma noch kein Geld. «Aber wir prüfen Möglichkeiten, um den Dienst kostenpflichtig zu machen», so Frey weiter. Dass auch MyEnigma dereinst von einem grossen Player wie Facebook übernommen werden könnte, bezweifelt Frey: «Da wir ja eben genau keine Daten unserer User besitzen, sind wir für Facebook sicher nicht so attraktiv.»