Nagra ergründet den Untergrund im Zürcher Weinland

Mit seismischen Messungen will sich die Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle ein genaueres Bild der Steinschichten im Boden des Weinlandes machen. Die Messungen sollen beim Entscheid helfen, ob der Standort für ein atomares Endlager genügend sicher ist.

Das Prinzip der seismischen Messung ist einfach: Mit einem Vibrationsfahrzeug oder mit kleinen Sprengladungen wird der Boden in Schwingung versetzt. Diese breiten sich wellenartig im Untergrund aus und werden von den verschiedenen Gesteinsschichten im Boden reflektiert.

Der Antwort des Bodens lauschen

Diese «Echos» werden an der Oberfläche von sensiblen Messgeräten, sogenannten Geofonen wieder aufgefangen und an eine Messzentrale weitergeleitet. Daraus kann ein detailliertes, dreidimensionales Bild des Untergrundes im Weinland errechnet werden.

Grundbesitzer weitgehend kooperativ

Die Messung erfolgt in einem rund 21 Quadratkilometer grossen Gebiet. Die Vibrationsfahrzeuge bewegen sich auf den Strassen, Feld- und Waldwegen. Für das Messnetz müssen die Spezialisten kilometerlange Kabel verlegen, welche die Messpunkte miteinander verbinden. Dafür musste die Nagra das Einverständnis von rund 500 Landeigentümern einholen und stiess dabei auf wenig Widerstand.

Die seismischen Messungen werden im Februar und März 2016 durchgeführt. Die gesammelten Daten sollen weiteren Aufschluss darüber geben, ob ein geologisches Tiefenlager für radioaktive Abfälle im Weinland sicher betrieben werden kann.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Vibrationsfahrzeuge für die 3D-seismische Messungen bewegen sich im Gebiet Zürich Nordost, in Benken, ZH. Mit diesen Messungen werden die Kenntnisse über den geologischen Untergrund vertieft.

    Nagra macht neue Messungen im Zürcher Weinland

    Aus Echo der Zeit vom 8.2.2016

    Die Nagra arbeitet seit Jahren daran, ein Endlager für Atomabfälle zu finden. Das Zürcher Weinland steht zusammen mit dem Aargauer Bözberg im Fokus bei der Standortsuche. Im Weinland ist die Nagra nun mit schwerem Gerät unterwegs.

    Die neuen Messungen sollen ein 3D-Bild von den Verhältnissen hunderte von Metern unter der Erdoberfläche ergeben.

    Curdin Vincenz