«Negativ: Nothing» - Die andere Reise quer durch Japan

Als nach der Atomkatastrophe in Fukushima vor genau zwei Jahren niemand mehr nach Japan wollte, machte sich der Winterthurer Japan-Reisespezialist Thomas Köhler auf den Weg. 3000 Kilometer legte er zu Fuss zurück, quer durch Japan. Bei den Einheimischen stösst der Film dazu auf Begeisterung.

Eine japanische Frau im Gespräch mit dem Winterthurer Wanderer Thomas Köhler

Bildlegende: Auf seiner Reise unterstützten ihn die Einheimischen - mit Taten und Worten zvg

Mit seiner Reise quer durch Japan wollte Thomas Köhler zeigen, dass Japan immer noch sicher ist, dass Japan mehr ist als nur Fukushima. Die beiden Regisseure Jan und Stefan Knüsel waren deshalb von Köhlers Projekt sofort begeistert. Über die Atomkatastrophe habe man viel gehört und gelesen, sagt Jan Knüsel, aber:

« Thomas kam mit einer Idee, die Mut geben wollte. Das fanden wir gut. »

Sie hätten im Film auch ein anderes Japan zeigen wollen, sagt Stefan Knüsel. «Es ist nicht das typische, klischierte Japan mit Menschen, die immerzu arbeiten, lächeln und Karaoke singen.» Gezeigt werden Begegnungen zwischen dem Winterthurer Wanderer mit ganz einfachen Leuten, die ihn während seiner Reise herzlich aufnehmen.

Skepsis in der Schweiz - Begeisterung in Japan

In der Schweiz stiess der Film zunächst auf Skepsis. Man fand die Idee zwar schön, der Sinn eines Dokumentarfilmes wurde aber bezweifelt. Finanziert wurde der Film schliesslich aus eigenen Mitteln, zusätzlich konnten übers Internet Mikrosponsoren aus Japan und der Schweiz gewonnen werden.

Die japanischen Zuschauer sind vom Film hingegen begeistert. «Der Film ging mir sehr nah», sagt eine Zuschauerin. «Ich habe noch nie einen Film eines Westlers über Japan gesehen, er ist so natürlich.» Auch die Regisseure sind überwältigt: «Die Reaktionen in Japan sind sehr emotional. Die Zuschauer suchen das Gespräch nach dem Film und bedanken sich oft mit Tränen in den Augen.»

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