Widerstand im Limmattal Neue Abstimmung zur Limmattalbahn

In den nächsten Tagen reicht das Komitee die Unterschriften ein. Man will die zweite Etappe des Trams verhindern.

Eine Strasse mit drei Spuren und ein Lichtsignal.

Bildlegende: Auf der Überlandstrasse in Dietikon soll ab 2022 die Limmattalbahn verkehren. Gegen den Willen der lokalen Bevölkerung. Keystone

Es sei nicht allzu schwierig gewesen, die benötigten 6000 Unterschriften zu sammeln, sagt Bernhard Schmidt, Präsident des Initiativ-Komitees, gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen».

Vor allem im Limmattal seien sie auf offene Ohren gestossen mit ihrem Anliegen: «Die Bevölkerung in der Region ist immer noch verärgert über das Ja des Kantons.» Im November 2015 hatte der Gesamtkanton mit einem Ja-Anteil von rund 65 Prozent die betroffene Region Limmattal überstimmt.

Das wollten Bernhard Schmidt und sein Komitee aber nicht auf sich sitzen lassen, und so haben sie im Februar angefangen, Unterschriften zu sammeln für eine neue Volksinitiative.

Zwängerei sei das keine: «Der Rest des Kantons wusste damals nicht, dass wir diese Bahn eigentlich gar nicht wollen. Nun beharren wir auf unserem Selbstbestimmungsrecht, nachdem klar ist, dass die Region selber das Projekt ablehnt.»

Visualisierung eines Trams, wie es durch eine Stadt fährt.

Bildlegende: Geht es nach der Limmattalbahn AG, soll es an der Badenerstrasse in Dietikon bald schon so aussehen. zvg (Limmattalbahn AG)

Ein JA zur Initiative könnte teuer werden

«Das gehört zum normalen demokratischen Prozess und wir nehmen diese Anliegen ernst», sagt die zuständige Zürcher Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker-Späh dem «Regionaljournal». Der Kanton habe aber einen konkreten Auftrag vom Parlament und vom Volk erhalten. Die Planung laufe genau gleich weiter, solange sich der Auftrag nicht ändere, so Walker-Späh.

«  Der Kanton hat einen konkreten Auftrag erhalten. Die Planung läuft genau gleich weiter.  »

Carmen Walker-Späh
Volkswirtschaftsdirektorin Kanton Zürich

Ein Ja zur Initiative gegen die zweite Etappe der Limmattalbahn könnte den Kanton aber viel Geld kosten, deutet Walker-Späh an. «Die ganzen Arbeiten der zweiten Etappe müssten dann gestoppt werden. Wie viel Geld da verloren gehen würde, kann ich aber heute so nicht sagen.»

Den Bauarbeiten des ersten Abschnittes können trotzdem beginnen

Die Volksinitiative richtet sich ausschliesslich gegen die zweite Etappe der Bahn, also die Strecke ab Schlieren über Dietikon bis Killwangen-Spreitenbach. Die erste Etappe – die Verlängerung der VBZ-Tramlinie 2 bis nach Schlieren – hat vor kurzem grünes Licht erhalten. Die Bauarbeiten für diesen Abschnitt sollen bereits im August beginnen.

Keystone

Regierungsrätin Carmen Walker-Späh ist als Volkswirtschaftsdirektorin zuständig für den öffentlichen Verkehr im Kanton Zürich.