Neue BVK Kanton Zürich: Stiftungsrat stellt Weiche beim Präsidium

Die Pensionskasse des Kantons Zürich, BVK, wird ab 2014 als selbständige Kasse geführt. Der Stiftungsrat als deren oberstes Organ hat mit Bruno Zanella einen Arbeitgebervertreter zu seinem ersten Präsidenten gewählt. Er wird auch die Frage einer Haftungsklage prüfen müssen.

Logo der BVK am Geschäftssitz in der Zürcher City.

Bildlegende: Der Geschäftssitz in der Zürcher City bleibt, die Strukturen werden neu. Keystone

Die Wahl von Bruno Zanella zum ersten Stiftungsratspräsidenten fiel einstimmig. Erste Vizepräsidentin wird die Sekundarlehrerin und Präsidentin des Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverbands, Lilo Lätzsch. Damit liegt in den nächsten beiden Jahren der Stichentscheid beim Arbeitgebervertreter Zanella, der bei der Flughafen Zürich AG als Personalchef tätig ist. Zanella wertet seine Wahl als Vertrauensbeweis und betont die gute Zusammenarbeit im 18-köpfigen Stiftungsrat:

«  Wir haben nicht immer die gleiche Meinung, arbeiten aber sehr konstruktiv zusammen.  »

Bruno Zanella
Präsident des BVK-Stiftungsrats

Das bestätigt auch Lätzsch als eine der Arbeitnehmer-Vertreterinnen. Obwohl die Personalverbände ursprünglich das Präsidium für sich beansprucht hatten, habe das bei der Wahl keine Rolle mehr gespielt: «Wir verstehen uns im Stiftungsrat als Team, das alle wichtigen Punkte gemeinsam bespricht. Bis jetzt konnten wir so immer Mehrheiten finden.»

Haftungsklage wird frühestens im Herbst ein Thema

Zurzeit ist der Stiftungsrat damit beschäftigt, alle nötigen Reglemente auszuarbeiten, damit die BVK ab Januar 2014 als selbständige Kasse geführt werden kann. Schon bald wird sich der Stiftungsrat der zweitgrössten Pensionskasse der Schweiz aber auch noch mit der bewegten Vergangenheit der BVK befassen müssen. Denn die Personalverbände möchten, dass die Zürcher Regierung für den Schaden haftet, welche ihre Pensionskasse wegen Misswirtschaft erlitten hat.

Ein Rechtsanwalt ist zurzeit daran, ein Gutachten zu erstellen, was eine Haftungsklage gegen die Regierung bewirken könnte. Ein erster Bericht soll bis Ende Monat vorliegen, sagte Lilo Lätzsch auf Anfrage des «Regionaljournal Zürich Schaffhausen» von Radio SRF. Dann werde sich auch der Stiftungsrat erstmals mit einer Haftungsklage befassen. Dass dann mit Bruno Zanella ein Arbeitgebervertreter bei einer Pattsituation den Stichentscheid fällt, macht ihr keine Sorgen: «Ich gehe davon aus, dass wir auch in dieser Frage eine einvernehmliche Lösung finden.»