Zum Inhalt springen

Neue Kantonsschule Wädenswil wird Gymi-Stadt

Die Zürcher Kantonsregierung hat sich mit zwei Jahren Verspätung für den Standort entschieden. Horgen geht leer aus.

Mädchen über Bücher gebeugt, Duden, Zirkel liegen auf dem Tisch
Legende: In Zukunft wird auch in Wädenswil an einer Kantonsschule gelernt. Ab 2020 soll ein Provisorium stehen. Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die neue Kantonsschule wird in Au-Wädenswil gebaut.
  • Die Zürcher Regierung will dort für 19,8 Millionen Franken ein Grundstück kaufen.
  • Die Kantonsschule Wädenswil soll Platz für 1000 Schülerinnen und Schüler bieten – mit Ausbaumöglichkeit auf 1500.
  • Ein Provisorium für 500 Schülerinnen und Schüler soll im Sommer 2020 den Betreib aufnehmen.
  • Neben Wädenswil war am Schluss noch Horgen als Standort im Rennen.

Am linken Zürichseeufer gibt es bisher keine Kantonsschule. Die Kinder mussten in die Stadt Zürich pendeln. 1600 Schülerinnen und Schüler machen das heute jeden Tag. Seit Jahren hat die Zürcher Kantonsregierung daher einen Standort für die neue Kantonsschule am linken Zürichseeufer gesucht. Mit zwei Jahren Verspätung hat sie sich nun entschieden: für Wädenswil und gegen Horgen.

Das bessere Gesamtpaket

Bildungsdirektorin Silvia Steiner begründet den Entscheid mit dem Wädenswiler Gesamtpaket, welches überzeuge: «Es ist ein sehr attraktiver Standort, verkehrstechnisch, aber auch für die Schüler.» Letzteres sei besonders wichtig, denn man wolle ja nicht, dass die Schülerinnen und Schüler dann doch lieber nach Zürich gehen wollten.

Regierungsrätin Steiner persönlich hat mich mitten in einer Sitzung angerufen und mir den Entscheid mitgeteilt.
Autor: Philipp KutterStadtpräsident Wädenswil

Der Wädenswiler Stadtpräsident Philipp Kutter freut sich über den Zuschlag der Regierung. Wädenswil sei der ideale Standort für die neue Mittelschule, sagt er. Das Grundstück sei gut an den öffentlichen Verkehr angeschlossen, gross genug und flexibel bebaubar.

Was geschieht mit dem Land in Horgen?

Der Horgener Gemeindepräsident Theo Leuthold will kein schlechter Verlierer sein. Er sei froh, dass jetzt ein Entscheid gefallen sei, sagt er gegenüber dem «Regionaljournal». Trotzdem bleibe die Frage offen, was mit dem Land in Horgen geschehe. Dieses habe der Kanton enteignet in der Absicht, dort eine Mittelschule zu bauen. «Da möchte ich vom Kanton dann schon mal noch ein paar Erklärungen.»