Neuer Pilz bedroht Äschen im Rhein

Er ist aggressiv und führt meistens zum Tod: Ein Parasit, der sich unter den Fischen im Rhein ausbreitet. Am stärksten betroffen ist die Äsche, eine Fischart, die ohnehin schon bedroht ist. Die Fischereiaufseher in den Kantonen Zürich und Schaffhausen sind alarmiert.

Eine vom Pilz befallene Äsche.

Bildlegende: Bedroht, und jetzt auch noch von einem Pilz befallen: Die Äschen im Rhein. zvg

Grosse, weisse Geschwulste an Kopf, Körper und Flossen der Äsche: Der Pilz existiert schon lange, wurde in letzter Zeit aber aggressiver, erklärt Andreas Hertig vom Zürcher Fischereiamt: «Der Pilz dringt nun sogar in den Körper hinein. Das schwächt die Fische viel mehr, als wenn sich der Pilz nur oberflächlich ausbreitet.» Das Risiko, dass eine Äsche den Parasiten nicht überlebe, sei so deutlich grösser.

Beunruhigt über die Situation ist auch der Schaffhauser Fischereiaufseher Patrick Wasem. Im vergangenen Jahr habe er nur einzelne kranke Tiere gezählt. Aktuell seien es schon mehrere Dutzend: «Und wir wissen nicht, ob das nur die Spitze des Eisbergs ist.»

Hoffen auf Mutter Natur

Den Pilz direkt zu bekämpfen, ist laut den Experten nicht möglich. Jedoch kann der Mensch etwas dazu beitragen, dass sich der Pilz nicht weiter ausbreitet. Andreas Hertig empfiehlt Fischern, dass sie ihre Stiefel und ihre Ausrüstung gut trocknen. Dasselbe gilt auch für Hobby-Kapitäne: «Es ist wichtig, dass sie ihre Schlauchboote nach dem Auswassern trocknen. So verschleppen sie keine Keime und Parasiten in andere Gewässer.»

Die Fischereiaufseher beobachten den Rhein und seine Fische weiterhin ganz genau - und hoffen, dass sich das Pilzproblem nicht weiter verschlimmert, sondern von alleine wieder abschwächt.