Neues Namensrecht: Andrang im Stadtzürcher Zivilstandsamt

Wer mit seinem Familiennamen nicht mehr zufrieden ist, der kann ihn seit Anfang Jahr unkompliziert ändern - das neue Schweizerische Namensrecht macht's möglich. Im Zivilstandsamt der Stadt Zürich ist der Andrang für die so genannten Namenserklärungen so gross wie nirgends sonst.

Das Stadthaus von Zürich, wo sich das Zivilstandsamt befindet.

Bildlegende: Das Stadthaus von Zürich: Hier geben sich Namensänderungswillige die Klinke in die Hand. Keystone

170 Anmeldungen in den kommenden drei Wochen. Bis Ende Januar sind alle Termine ausgebucht. Dazu kommen immer wieder Leute, die spontan vorbeikommen und auf eine Lücke im Terminkalender hoffen. Das neue Namensrecht sorgt für einen regelrechten Run auf das Stadtzürcher Zivilstandsamt.

In der Mehrheit melden sich Frauen

Die meisten Anmeldungen kämen von verheirateten oder geschiedenen Frauen, die ihren Mädchennamen zurückhaben wollen, sagt Roland Peterhans, der Leiter des Zivilstandsamt gegenüber dem «Regionaljournal ZH/SH».

Es gibt laut Roland Peterhans aber auch Männer, die mit ihrem Familiennamen unzufrieden sind, und zwar solche, die den Namen ihrer Ehefrau angenommen haben. Das neue Namensrecht bietet auch homosexuellen Paaren eine neue Möglichkeit: Sie können sich auf einen gemeinsamen Familiennamen einigen.

Nicht mehr erlaubt sind ab sofort Doppelnamen ohne Bindestrich. Doppelnamen mit Bindestrich sind hingegen weiterhin möglich. Ein Ehepaar muss dies aber aktiv beantragen. Grundsätzlich gilt ab diesem Jahr nach der Heirat weiterhin der bisherige Familiennamen der Partner, wenn diese keine Änderung wollen. Die volle Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau also.

In Winterthur und Schaffhausen kein Run

Eine Namensänderung beginnt mit der sogenannten Namenserklärung auf einem Zivilstandsamt. Sie kostet 75 Franken. Dazu kommen aber noch die Auslagen für neue Ausweise. Auch in anderen Gemeinden der Region und den Städten Winterthur und Schaffhausen sind bislang Namenserklärungen nach neuem Recht unterzeichnet worden. Der Run ist aber weit weniger gross als in der Stadt Zürich.