«Nicht nur Bilder können lügen, sondern auch Tonaufnahmen»

Swissair Grounding, Jugendunruhen in den 80er Jahren, Sechseläuten 1979 und 2015 oder Piratenradiomacher Roger Schawinski. Wie Historiker Christian Koller die alten Sendungen des «Regionaljournals Zürich Schaffhausen» hört.

Ein DRS-Journalist kommentiert eine Demonstration von 5000 Radio 24-Fans auf dem Bürkliplatz. Eine Sprecherin am Flughafen Zürich verkündet das Ende der Swissair. Orginalaufnahmen des «Regionaljournal Zürich Schaffhausen», die nun dank des Archivs des Vereins Memoriav auch für die Öffentlichkeit zugänglich sind.

Für den Historiker und Direktoren des Schweizerischen Sozialarchivs, Christian Koller, sind solche Tondokumente eine wertvolle Quelle. Spannend sei nicht nur, was gesagt werde, erklärt Koller im Interview mit Radio SRF, sondern auch wie. Beispielwiese bei der Flughafendurchsage zum Swissair Grounding: Da rede die Sprecherin so, als würde sie eine ganz normale Durchsage machen.

Koller weist aber auch darauf hin, dass Töne immer auch verfälschen können. So mache es einen grossen Unterschied, ob der Journalist in der Menge stand, als er die Orginaltöne aufnahm, oder auf der Bühne (zum Beispiel bei der 1. Mai-Demonstration oder beim Protest für Radio 24 auf dem Bürkliplatz). Je nachdem entstehe ein ganz unterschiedlicher Eindruck.

(Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 17:30 Uhr)

Die «Regionaljournal»-Archivserie

Der Verein Memoriav

Das Logo des Vereins Memoriav

Der Verein Memoriav setzt sich für die Erhaltung des audiovisuellen Erbes der Schweiz ein. Seit seiner Gründung 1995 hat er knapp eine halbe Million audiovisueller Dokumente öffentlich zugänglich gemacht. Der Verein wird zu grossen Teilen von der Schweizerischen Eidgenossenschaft finanziert.