«Nichts», das Skandal-Buch auf der Theaterbühne

«Nichts bedeutet irgendetwas», verkündet Pierre Anthon im Buch von Janne Teller. Eine fatale These für seine Mitschüler, die alles daran setzen, ihm das Gegenteil zu beweisen. Der Roman löste einen Riesenwirbel aus und wurde nach der Erstveröffentlichung von dänischen Schulbehörden verboten.

Junge Menschen sitzen im Dunkeln auf der Bühne, Kerzenlichter stehen vor ihnen.

Bildlegende: Was hat überhaupt eine Bedeutung im Leben? Die Inszenierung von «Nichts» lässt einen erschaudern. ZVG/T+T Fotografie

20 Figuren sind es, die im Roman der dänischen Schriftstellerin Janne Teller vorkommen. Auf der Bühne des Jungen Schauspielhauses teilen sich sieben junge Schauspielerinnen und Schauspieler diese Figuren. Sie erzählen die Geschichte von Pierre Anthon, der am ersten Tag nach den Sommerferien verkündet: «Nichts bedeutet irgendetwas, deshalb lohnt es sich nicht, irgendwas zu tun.» Er verlässt die Schule und zieht sich auf einen Pflaumenbaum zurück.

Im Jungen Schauspielhaus kommt die grossartige Parabel zum ersten Mal auf eine Schweizer Theaterbühne. «Unser Spielort im Schiffbau ist zu klein, das Stück braucht Raum und Luft», meint Regisseur Enrico Beeler. Das Junge Schauspielhaus ist darum umgezogen und gastiert im Theater der Künste. 

Eine schnörkellose Inszenierung

Regisseur Enrico Beeler erzählt die Geschichte in einem fast kahlen Raum. Wer den Roman gelesen hat, wird vielleicht den Pflaumenbaum vermissen oder den Berg aus Bedeutung. «Da ist immer eine Erwartungshaltung und ein gewisser Druck, wenn man einen bekannten Stoff auf die Bühne bringt», erzählt Enrico Beeler bei einem Probenbesuch.

Die Neugierde auf die Bühnenversion ist gross und die Nachfrage auch. Die ersten sechs Vorstellungen im Theater der Künste sind bereits ausverkauft.

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