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Nutzen von Jugendparlamenten «Anliegen von Jugendlichen haben durchaus Chancen»

Als Co-Leiterin des Dachverbands der Schweizer Jugendparlamente (DSJ) erlebt Nadine Burtscher immer wieder, dass Vorstösse von Jugendlichen ernst genommen werden. Eine Erfahrung, die sie bereits als Jugendliche in Dietikon gemacht hat.

SRF News: Nadine Burtscher, am Samstag hat zum ersten Mal das Zürcher Jugendparlament getagt. Unter anderem stellen die Jugendlichen nun die Forderung nach Stimmrechtsalter 16. Wie gross sind ihre Chancen, dass dieser und andere Vorstösse im Kantonsrat behandelt werden?

Nadine Burtscher: Das Thema spielt schon eine sehr grosse Rolle. Zu Stimmrechtsalter 16 gibt es bereits einen Vorstoss aus dem Kantonsrat. Die Legalisierung von Cannabis ist eher ein nationales Thema.

Als Sie als Jugendliche im Jugendparlament Dietikon aktiv waren, haben die Parlamentarier je einmal etwas umgesetzt?

Ja, wir haben vorgeschlagen, dass es in Dietikon «easyvote» geben soll (Broschüren, die Abstimmungsunterlagen leicht verständlich erklären, Anm. der Red.) Da durfte ich als 15-jährige vor den Gemeinderat treten und das Projekt vorstellen. Tatsächlich ist es seither in Dietikon eingeführt. Auch andere Jugendparlamente haben immer wieder Erfolg. Zum Beispiel Köniz mit der Einführung eines Nachtbusses.

Vor zwei Jahren hat der Dachverband beschlossen, dass ein nationales Jugendparlament gegründet werden soll. Wo steht das Projekt?

Zur Zeit arbeitet ein Gründungsverein das Projekt eines nationalen Jugendrates aus. Er soll keine Konkurrenz zur Jugendsession sein, sondern eine Ergänzung. Ich rechne damit, dass der Jugendrat in den nächsten ein, zwei Jahren fertig gegründet wird.

Das Gespräch führte Fanny Kerstein. Sie finden es in ganzer Länge im Audiofile.